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Der Mord an der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü in Berlin vor 13 Jahren bleibt ein Fall für die Justiz. Der Prozess gegen ihre beiden älteren Brüder, die in Istanbul freigesprochen worden waren, wird formell neu aufgerollt.

Das habe ein Berufungsgericht in Istanbul aufgrund einer Beschwerde des türkischen Familienministeriums entschieden, sagte die Anwältin Rukiye Leyla Süren am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

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Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass das türkische Familienministerium nicht über den Beginn des Prozesses informiert worden war, wie aus den Unterlagen hervorgeht. Ein Vertreter des Ministeriums hätte aber nach türkischem Gesetz an dem Prozess teilnehmen müssen. Ein neuer Gerichtstermin wurde zunächst nicht angesetzt.

Die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü war im Februar 2005 an einer Bushaltestelle in Berlin erschossen worden. Der Mord – begangen vermeintlich im Namen der Ehre – hatte viel Aufsehen erregt. Ihr jüngster Bruder wurde dafür in Deutschland zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Diese hat er bereits verbüßt. Er wurde in die Türkeiabgeschoben.

Die beiden heute 37 und 38-jährigen älteren Brüder des Opfers waren Ende Mai in Istanbul vom Vorwurf der Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung ihrer Schwester freigesprochen worden. Das Gericht begründete die Entscheidung damals mit Mangel an Beweisen. Zuvor hatte schon ein deutsches Gericht die Männer aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die Brüder setzten sich dann in die Türkei ab.

Die Ex-Freundin des jüngsten Bruder hatte im Prozess gegen ihn in Deutschland ausgesagt, dieser habe ihr vom Mitwirken der beiden älteren Brüder erzählt.

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dpa

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