Somalische Frauen stehen am 15.10.2017 in Mogadischu (Somalia) am Ort eines Selbstmordanschlags, der einen Tag zuvor verübt wurde. Bei einem der verheerendsten Selbstmordanschläge der vergangenen Jahre in Somalia sind am 14.10. mehr als 200 Menschen getötet worden. Etliche Opfer seien aus den Trümmern der beschädigten Gebäude in der Hauptstadt Mogadischu geborgen worden. Foto: Farah Abdi Warsameh/AP/dpa

Es sind Bilder wie aus einem Kriegsgebiet. Der Anschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu hat Hunderte Menschen getötet und verletzt, etliche Gebäude zerstört. Noch immer hat keiner die Tat für sich reklamiert – doch die Regierung hat eine Vermutung.

Bei dem verheerendsten Anschlag in Somalias jüngster Geschichte am Samstag sind nach neuen Angaben der Regierung 276 Menschen getötet worden. 300 Menschen seien zudem verletzt worden, teilte die Regierung am Montag mit. Mindestens 111 der Getöteten wurden bereits auf Anweisung der Regierung begraben, weil die Opfer nicht identifiziert werden konnten.

Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter in einem Lastwagen auf einer der belebtesten Kreuzungen in Mogadischu in die Luft gesprengt. In der Gegend befinden sich Hotels, Läden, Restaurants und Regierungsgebäude. Die schwere Explosion beschädigte viele Häuser und brachte einige zum Einsturz. Rettungskräfte konnten darin etliche Menschen bergen. Am Montag wurden auf den Straßen, auf denen Duzende ausgebrannte Autos und Busse standen, die Aufräumarbeiten fortgesetzt.

Wer steckt hinter dem Anschlag?

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die Regierung machte allerdings die Terrormiliz Al-Shabaab dafür verantwortlich. Die Fundamentalisten verüben immer wieder Anschläge gegen Zivilisten und Sicherheitskräfte. Sie kontrollieren Teile Somalias und wollen in dem Land am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat errichten. Eine 22 000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen Al-Shabaab.

„Nationale Tragödie“

Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed nannte den Anschlag im staatlichen Rundfunk eine nationale Tragödie. Die internationale Gemeinschaft zeigte sich solidarisch: Die Türkei wolle noch am Sonntag ein Militärflugzeug mit medizinischer Hilfe nach Mogadischu schicken, twitterte der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin. «Solidarität mit Somalia», twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er forderte mehr Unterstützung für die AU im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy verurteilte den Anschlag.

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dpa/dtj