Nikosia: Griechische und zypriotische Flaggen flattern im Wind im südlichen Teil. Währenddessen wehen im Norden, im türkisch besetzten Gebiet, eine türkische und eine türkisch-zypriotische Flagge auf einem Minarett der Selimiye-Moschee in der geteilten Hauptstadt Zyperns. UN-Generalsekretär Guterres nimmt einen neuen Anlauf zur Lösung der Zypern-Frage, die die Mittelmeerinsel seit fast 50 Jahren teilt. Foto: Petros Karadjias/AP/dpa

UN-Generalsekretär António Guterres hat einen neuen Vermittlungsversuch zur Lösung der Zypern-Frage gestartet.

Er traf am Dienstag in Genf mit dem Präsidenten der Türkischen Republik Nordzypern, Ersin Tatar, zusammen, wie das UN-Büro berichtete. Im Anschluss stand ein Gespräch mit dem griechisch-zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades auf dem Programm. Guterres wolle herausfinden, ob es eine gemeinsame Vision für die Zukunft Zyperns gebe, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nordzypern wird als Staat nur von der Türkei anerkannt. Die EU nahm ganz Zypern 2004 auf.

Türkische Zyprer wollen zwei unabhängige Staaten

Nach unzähligen erfolglosen Verhandlungen seit der Teilung der Mittelmeerinsel sind die aktuellen Gespräche ein neuer Versuch, eine dauerhafte Lösung zu finden. Es gibt den Vorschlag einer Föderation aus zwei Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung. Damit ist die griechisch-zyprische Seite einverstanden. Die türkischen Zyprer wollen dagegen zwei unabhängige Staaten.

Am Mittwoch sollen neben Guterres, Anastasiades und Tatar auch die Außenminister Griechenlands, der Türkei und Großbritanniens an den dreitägigen informellen Gesprächen teilnehmen. Großbritannien hatte die Insel bis 1960 als Kronkolonie verwaltet.

dpa/dtj