Vatikanstadt: Papst Franziskus (M.), Bartholomäus I. (2.v.l), Ökumenischer Patriarch von Istanbul und Azhar-Scheich Ahmad Al-Tayyib sitzen in einer Konferenz, bei dem sich die Führer der Religionen mit den Klimazielen der bevorstehenden Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow (COP26) auseinandersetzen. Foto: vatikan.va

Papst Franziskus und fast 40 Führer andere Religionen haben die internationale Gemeinschaft zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aufgefordert. Ihr Credo: „Wir wollen die Menschen mit unserer geistlichen Nähe begleiten.“

Bei einem Treffen im Vatikan am Montag unterzeichneten die Oberhäupter der Glaubensrichtungen einen gemeinsamen Appell vor dem Weltklimagipfel Ende Oktober und Anfang November in Glasgow (COP26). Dieser wurde Alok Sharma, dem Leiter des Gipfels, und dem italienischen Außenminister Luigi di Maio übergeben.

„Die COP26 in Glasgow ist dringend aufgerufen, wirksame Antworten auf die beispiellose ökologische Krise und die Wertekrise, die wir erleben, zu finden und damit den künftigen Generationen konkrete Hoffnung zu geben: Wir wollen sie mit unserem Engagement und unserer geistlichen Nähe begleiten“, teilte Papst Franziskus dazu mit.

„Wir brauchen ein Gerüst aus Hoffnung und Mut“

Neben Franziskus gehörten unter anderem auch der Scheich der Azhar, Ahmed al-Tayyib, als einer der wichtigsten Vertreter des sunnitischen Islam sowie der Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., zu den Unterzeichnern des Schreibens.

„Wir brauchen ein Gerüst aus Hoffnung und Mut“, heißt es in dem Appell. „Jetzt ist die Zeit für drängende, radikale und verantwortungsbewusste Taten. Um die aktuelle Situation zu ändern, muss die internationale Gemeinschaft mit größeren Ambitionen und mehr Fairness agieren, und das bei all ihren Konzepten und Strategien. Der Klimawandel ist eine besorgniserregende Bedrohung.“

Man müsse so schnell wie möglich Klimaneutralität erreiche und den Anstieg der Temperatur bei 1,5 Grad stoppen. Bei den Anstrengungen müssten die reichen Staaten eine Führungsrolle übernehmen, hieß es.

dpa/dtj