Dieses Foto zeigt die Besatzung vor der Abfahrt. Foto: Twitter/Privat

Mehrere Tage nach dem Überfall auf ein Containerschiff mit 15 entführten türkischen Besatzungsmitgliedern im Golf von Guinea hat die Schiffsgesellschaft erstmals Kontakt zu den Entführern aufnehmen können.

Alle Entführten seien zusammen und unverletzt, sagte ein Sprecher der Schiffsgesellschaft der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Firma bemühe sich darum, dass sie schnellstmöglich freigelassen werden. Die Piraten hätten den Kontakt aufgenommen, man stehe nun im Dialog, hieß es. Nähere Details wurden nicht genannt.

Der Frachter mit drei verbliebenen Besatzungsmitgliedern hatte dann am Sonntag türkischen Angaben zufolge in Port-Gentil im zentralafrikanischen Staat Gabun angelegt. Das Schiff fährt unter liberianischer Flagge und war von der nigerianischen Hauptstadt Lagos nach Kapstadt in Südafrika unterwegs.

Ein Aserbaidschaner getötet

Der Überfall ereignete sich am Samstag etwa 180 Seemeilen vor der Küste Nigerias, dabei war ein Mitglied der Besatzung getötet worden. Dem türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu zufolge kommt der Mann aus Aserbaidschan. Die Piraten verließen das Schiff namens „Mozart“ nach dem Überfall wieder.

Die Zahl der Piratenangriffe auf den Weltmeeren ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: Nach Daten des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) gab es vergangenes Jahr 195 Angriffe – 33 mehr als im Jahr 2019. Besonders betroffen waren der Golf von Guinea, die Meerenge von Singapur und indonesische Gewässer.

dpa/dtj