Wer steckt hinter dem Putschversuch in der Türkei?
Dieses Foto gehört zu den Symbolbildern der Putschnacht vom 15. Juli 2016. Militärangehörige, denen eine Beteiligung am Umsturz vorgeworfen worden war, sind jetzt freigesprochen worden. Foto: Twitter

Die Nacht des Putschversuchs am 15. Juli 2016 hat viele verstörende Bilder geliefert. Bombardierungen des parlamentarischen Gebäudes, verletzte und sogar tote oder sterbende Menschen.

Auch dieses Bild, das am Tag danach entstanden sein soll, ging um die Welt und dürfte noch heute vielen präsent sein:

Wer steckt hinter dem Putschversuch in der Türkei?Darauf sind Hunderte von zusammengepferchten Männern zu sehen, die lediglich in Unterhose bekleidet und mit auf den Rücken gefesselten Händen offensichtlich in einem Stall hocken. Es gehört zu den Symbolbildern jener Nacht. Es wurde am 17. Juli 2016 von einem Anwalt namens Ali Aktaş auf Twitter geteilt. Ohne dass einer von diesen Männern befragt wurde, stempelte Aktaş sie pauschal als „Putschisten-Esel“ ab. Bei den Gefesselten handelte es sich um Soldaten und Soldatenschüler der türkischen Gendarmerie, denen eine Beteiligung am Putschversuch vorgeworfen wurde.

Alle Militärschüler von Putschvorwürfen freigesprochen

Vor wenigen Tagen kam es nun zur Gerichtsverhandlung zu den Vorwürfen gegenüber den Soldaten. Der richterliche Spruch war eindeutig: Freispruch. Alle Soldaten, die auf dem Bild zu sehen sind, seien von den Vorwürfen zu einer Beteiligung am Putschversuch freigesprochen worden. Das teilte Mutlu Gülerce auf Twitter mit.

Gülerce ist nach eigenen Angaben einer der abgebildeten Soldaten. Der ehemalige Soldatenschüler bestätigte die gerichtliche Entscheidung. Lediglich einige der Schüler seien wegen ihrer Nähe zur Gülen-Bewegung zu unterschiedlichen Strafen verurteilt worden. Dennoch seien laut Gülerce alle Männer, die auf dem Foto zu sehen sind, nun auf freiem Fuß.

Auch in der Vergangenheit gab es bereits mehrere Fälle, bei denen durch Medien oder Politiker vorverurteilte Militärangehörige nachträglich von Putschvorwürfen freigesprochen wurden.