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Türkische Serien sind in den arabischen Staaten sehr beliebt. Insbesondere die Seifenoper werden dort gerne gesehen und zählten sogar als Motor für den türkischen Tourismus. Damit ist aber nun offenbar Schluss. 

Schluss und aus mit „Aşkı Memnu“, „Binbir Gece“ und „Diriliş Ertuğrul“ in Saudi-Arabien. Das gab die saudische Fernsehgruppe MBC bekannt. Demnach hat MBC alle türkischen Seifenopern aus ihrem Programm genommen. Die Entscheidung gelte seit 2. März für die Kanäle von MBC in zahlreichen Ländern der arabischen Welt, sagte Sprecher Masen Hajek der Deutschen Presse-Agentur. Zu den Gründen äußerte er sich nicht. Laut Türkischen Medien soll Hajek auch gesagt haben, dass man damit den Weg für mehr Produktionen landeseigener Serien frei machen wolle. 


 

Politische Gründe als Ursache? 

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Beobachter glauben aber das eher politische Gründe hinter dieser überraschenden Entscheidung stecken. Die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und der Türkei hatten in den vergangenen Monaten wegen mehrerer Konflikte in der Region zugenommen. Hintergrund ist die Entscheidung von Saudi-Arabien, Bahrain, der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und anderen arabische Staaten aus vergangenen Sommer, die Beziehungen zu Katar abzubrechen. Die Länder werfen Katar die Unterstützung von Terrororganisationen wie dem IS vor. Ankara hingegen verstärke seine Beziehungen mit dem Golfemirat Katar, nachdem Riad das Nachbarland zusammen mit weiteren Golfstaaten durch eine Blockade isolieren wollte. Zudem stoßen sie sich an den Beziehungen des Emirats zum Iran. Vor allem das sunnitische Saudi-Arabien sieht Teheran als Erzrivalen.

Türkische Serien waren Tourismus-Motor

Türkische Drama-Serien sind in der arabischen Welt seit Jahren äußerst beliebt. Die oft kitschigen Liebesgeschichten ziehen vor allem Millionen Frauen in den Bann. Beobachter glauben, dass türkische Serien arabische Touristen in die Türkei anzogen. Die Werbeeinnahmen der türkischen Serien in den arabischen Ländern betrug jährlich schätzungsweise 600 Millionen Dollar. In den arabischen Ländern sollen sogar Fanklubs für einzelne Schauspieler gegründet worden sein.

Ob auch tatsächlich die in letzterer Zeit beliebte Serie „Diriliş Ertuğrul“ unter den verbannten Serien ist, ist noch nicht klar.  

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