Archivfoto: Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht mit einem Journalisten. Foto: Stefan Sauer/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat die Pascha-Aussage von CDU-Chef Friedrich Merz deutlich kritisiert.

„Wenn die CDU meint, sie muss jetzt in diese Richtung gehen, Migrantinnen und Migranten pauschal zu beschimpfen, dann hat Herr Merz und die CDU ein Problem“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Greifswald. Merz betreibe auf dem Rücken von Menschen mit Migrationshintergrund Parteiprofilierung.

Im Kontext der Krawalle in der Silvesternacht hatte Merz am Dienstagabend in der Talkshow „Markus Lanz“ über den Umgang mit Lehrerinnen und Lehrern gesagt: „Und dann wollen sie diese Kinder zur Ordnung rufen und die Folge ist, dass die Väter in den Schulen erscheinen und sich das verbitten. Insbesondere, wenn es sich um Lehrerinnen handelt, dass sie ihre Söhne, die kleinen Paschas, da mal etwas zurechtweisen.“

Regeln für alle, aber keine pauschalen Verurteilungen

Schwesig sagte, die große Mehrheit von Menschen aus anderen Ländern wolle sich in Deutschland auch einbringen: „Wir brauchen Fachkräfte.“ Gleichzeitig sei völlig klar, dass sich alle, egal ob aus dem Ausland oder nicht, an die Regeln zu halten hätten. Es sei wichtig, klare Grenzen zu ziehen, wenn es um Regelverletzungen gehe. Gleichzeitig dürften solche Situationen aber nicht benutzt werden, alle pauschal zu verurteilen. „Das bringt überhaupt gar nichts und das löst schon gar keine Probleme.“

Merz hatte seine Aussage am Freitag verteidigt. Es sei notwendig, darüber zu reden, was hierzulande eigentlich schieflaufe, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. Lehrerinnen und Lehrer hätten in den Schulen oftmals das Problem, anerkannt zu werden von den Schülern – wobei es sich oftmals um Schüler aus muslimischen Migrantenfamilien handele.

dpa/dtj