Anscheinend will die türkische Regierung weiterhin gegen Staatskritiker vorgehen. Das bestätigte Ibrahim Kalin, Sprecher des türkischen Präsidialamts, vergangene Woche bei einer Pressekonferenz. Auf die Frage eines Journalisten, ob in Zukunft weitere geflüchtete Anhänger des im US-Exil lebenden Islam-Gelehrten Fethullah Gülen anhand von Operationen in die Türkei geholt werden, antwortete der Sprecher des türkischen Präsidialamts Ibrahim Kalin mit Zustimmung: „Egal, ob es in den USA ist oder in irgendeinem anderen Land, in denen die FETÖ sich eingenistet hat: Die Operationen unserer zuständigen Abteilungen werden pausenlos fortgesetzt werden.“

Türkische Regierung geht gegen Gülen-Anhänger vor

Seit dem Putschversuch 2016 geht die türkische Regierung massiv gegen Anhänger der Gülen-Bewegung vor. Dabei sind in den vergangenen zwei Jahren mehr als 77.000 Menschen in der Türkei  wegen Nähe zu der Bewegung festgenommen worden. 140.000 weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert. Der seit dem Putschversuch Juli 2016 geltende Putschversuch wurde erst im Juli diesen Jahres aufgehoben.

Jagd auf Gülen-Anhänger auch im Ausland

Auch im Ausland geht die türkische Regierung gegen Gülen-Anhänger vor. So versucht die Regierung nicht nur Institutionen der Bewegung im Ausland zu vereinnahmen, sondern versucht auch flüchtige Gülen-Anhänger in die Türkei zurückzuholen. So wurden zuletzt im Kosovo oder in Moldawien Gülen-Anhänger entführt und in die Türkei gebracht.

In Moldawien wurde das Personal der hiesigen Gülen-nahen  Privatschule zum Teil vor ihrem Wohnsitz, zum anderen auf offener Straße entführt und in die Türkei überführt. In Kosovo führte ein ähnlicher Vorfall sogar zur Staatskrise. Auch in anderen Ländern unternahm die Türkei schon Ähnliches.

Sprecher von Erdogan: Klare Anweisung des Staatspräsidenten

Der Sprecher des Staatspräsidenten hat nun zugegeben, dass diese Entführung von der türkischen Regierung gesteuert werden: „Ich kann sagen, dass es in dieser Angelegenheit eine klare Anweisung unseres Staatspräsidenten gibt und unsere zuständigen Abteilungen äußerst professionelle Arbeit leisten“, so Kalin.

Operationen können immer und überall stattfinden

Diese Aktionen sollen nun fortgesetzt werden. Dazu sagte Kalin: „Egal, ob es in den USA ist oder in irgendeinem anderen Land, in denen die FETÖ sich eingenistet hat: Die Operationen unserer  zuständigen Abteilungen werden pausenlos fortgesetzt. So werden sie den Atem der türkischen Republik weiter auf ihrem Nacken spüren. Niemand soll diesbezüglich Bedenken haben.“

Die Operationen könnten „… zu jeder Zeit, an jedem Ort stattfinden“, sagte Kalin weiter. Die türkische Republik werde es nicht zulassen, dass die FETÖ in Ruhe atmet.