ARCHIV: US-Präsident Donald Trump begrüßt am 16.05.2017 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Weißen Haus in Washington (USA). Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP/dpa

Erst vergangenes Jahr hatte ein Streit zwischen den USA und der Türkei der türkischen Währung großen Schaden zugefügt. Jetzt geht es um den Abzug der US-Truppen aus Nordsyrien und den dortigen Einsatz der Türkei. Ein Tweet von Donald Trump sorgt in der Türkei für große Empörung. 

Die türkische Regierung hat entsetzt auf die Tweets des US-Präsidenten Donald Trump reagiert. Am Sonntag twitterte Trump, dass die Türkei „wirtschaftlich zerstört werde, falls die die Kurden angreife“. Dabei schreib Trump auch von einer 20 Meilen breiten Sicherheitszone.

Trump: Kurden sollen die Türkei nicht provozieren

Im Gegenzug verlange er aber auch von Kurden, die Türkei nicht zu provozieren, so Trump in einem weiteren Tweet.

….Likewise, do not want the Kurds to provoke Turkey. Russia, Iran and Syria have been the biggest beneficiaries of the long term U.S. policy of destroying ISIS in Syria – natural enemies. We also benefit but it is now time to bring our troops back home. Stop the ENDLESS WARS!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 13. Januar 2019

Kalin: Wir kämpfen gegen Terroristen, nicht gegen Kurden!

Die Reaktion der türkischen Seite ließ nicht lange auf sich warten. Der Sprecher des türkischen Präsidentenpalastes, Ibrahim Kalin, schrieb ebenfalls über Twitter, dass es fatal sei, die PKK, die auch auf der Terroristenliste der USA stehe sowie ihre syrischen Ableger wie die PYD/YPG mit Kurden gleichzusetzen. „Die Türkei kämpft gegen Terroristen, nicht gegen Kurden“ so Kalin. Man werde die Kurden und andere Syrer vor allen terroristischen Bedrohungen schützen, so Kalin.

Türkei will nicht lange mit Offensive warten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Dezember eine Offensive gegen terroristische Truppen in Nordsyrien auf Eis gelegt, nachdem die USA einen Truppenabzug aus Syrien angekündigt hatten. Vergangene Woche sagte dann der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in einem TV-Interview, dass die Türkei losschlagen werden, falls die USA ihren Abzug zu lange hinauszögerten. Wann genau der Truppenabzug der USA starten soll, ist indes noch unklar. Regierungsvertreter äußerten sich widersprüchlich zu diesem Thema.

US-Sanktionen sorgten für große Währungskrise in der Türkei

Vergangenes Jahr hatte ein Streit zwischen den USA und der Türkei enorme Auswirkungen auf die türkische Wirtschaft gehabt, die bis heute zu spüren sind. Hintergrund war ein Streit um einen festgehaltenen US-Priester.