In der Moscheen gilt weiterhin Maskenpflicht und das Abstandsgebot.
Auch im Jahr 2021 steht der Fastenmonat Ramadan im Zeichen der Corona-Pandemie. In den Moscheen gilt weiterhin Maskenpflicht und das Abstandsgebot. Stockfoto: Sakir Colak / Shutterstock.com

Wie wird der Ramadan im Jahr 2021 unter den aktuellen Umständen der Corona-Regelungen stattfinden? Ein kurzer Überblick zu einigen in Deutschland ansässigen Moscheegemeinden.

Der islamische Fastenmonat Ramadan wird auch im Jahr 2021 von etlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie begleitet werden. So müssen Muslime, wie auch schon im Vorjahr, auf viele beliebte Traditionen des Fastenmonats verzichten. Dazu gehört das Zusammenkommen in großer Gemeinschaft zwecks Fastenbrechen (Iftar) nach Sonnenuntergang. Aufgrund der Corona-Regelungen müssen Muslime das Fastenbrechen in vielen deutschen Regionen auf den Kreis der Familie beschränken.

Das Tarawih-Gebet

Und auch die gemeinschaftlichen Tarawih-Gebete werden unter besonderen Umständen verrichtet. Das Gebet ist neben den fünf Pflichtgebeten am Tag im Monat Ramadan ein zusätzliches Gebet und eine Sunna (Handlungsweise, Anm. d. Red.) des Propheten Muhammad. Dieses findet im Anschluss an das letzte Gebet statt. Der Tradition nach begeben sich die muslimischen Frauen und Männer in die Moscheen, um dort mit den Mitgläubigen das Gebet zu verrichten. Es kann auch zu Hause verrichtet werden. Der Begriff „Tarawih“ kommt im Koran selbst nicht vor.

Das Tarawih-Gebet besteht je nach islamischer Konfession aus acht oder 20 Gebetsabschnitten. Es wird nicht am Stück, sondern in der Regel in fünf Teilabschnitten verrichtet. Das besondere: Das erste Tarawih findet am Abend vor dem ersten Fastentag statt, das letzte am vorletzten Abend des Ramadan. Demnach findet das erste Tarawih-Gebet am heutigen Montagabend etwa eineinhalb Stunden nach dem Sonnenuntergang statt. 

Zentralrat der Muslime: Tarawih-Gebete unter Corona-Bedingungen

Die Regelungen in den Moscheen sind zwar unterschiedlich, doch alle muslimischen Gemeinden beachten die Corona-Regelungen. So auch der Zentralrat der Muslime (ZMD). Laut einer Aussage des Vorsitzenden, Aiman Mazyek, gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) sind in den Moscheen auf einer Fläche von 100 bis 200 Quadratmetern nicht mehr als 20 bis 30 Personen zugelassen. Dem ZMD gehören bundesweit etwa 300 Moscheen an.

Die Gebete in den Moscheen finden ohnehin unter Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln statt. So dürfen sich die Betenden in der Moschee nicht näher als 1,5 Meter kommen und müssen beim Gebet eine Maske tragen.

Ditib beschränkt Tarawih-Gebete auf acht Rak’a

Zudem werden die Tarawih-Gebete, die vor allem in vielen von türkisch geprägten Moscheen klassischerweise mit 20 Einheiten (Rak’a) verrichtet werden, in diesem Jahr auf acht Einheiten beschränkt. Das trifft beispielsweise auf Moscheen des größten Islamverbandes in Deutschland, der Ditib, zu. Dies erklärte die Ditib in einer Pressemitteilung am 9. April. Außerdem würden Predigten online durchgeführt und die Gegenlesetradition des Koran (Muqabala) werde weiterhin angeboten. „Die Aktivitäten gerichtet an unsere Frauen und Jugendliche können vielleicht nicht von Angesicht zu Angesicht stattfinden, jedoch werden diese während des ganzen Ramadans online fortgeführt“, heißt es weiter von der Ditib.

IGMG folgt Ditib

Auch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş IGMG will laut Medienberichten die Tarawih-Gebete auf acht Rak’a beschränken.

Ahmadiyya verzichtet

Im Gegensatz zu vielen anderen muslimischen Gemeinden geht die Ahmadiyya-Gemeinde einen Sonderweg. „Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland verzichtet dieses Jahr während der Fastenzeit auf Grund der #Corona-Pandemie auf das Tarawih-Gebet in den Moscheen und Gebetszentren“, hieß es in einer Pressemitteilung der Gemeinde auf dem offiziellen Twitter-Account.