Ein Kloster steht vor dem höchsten Berg der Türkei, Ararat, an der türkisch-armenischen Grenze. Foto: pixabay

Nach jahrelanger diplomatischer Eiszeit wollen sich die Nachbarländer Türkei und Armenien wieder annähern. Nach dem Bergkarabach-Konflikt sollen nun Sondergesandte der beiden Länder die ersten Schritte übernehmen.

Armenien sei bereit, die Beziehungen zu normalisieren, teilte das Außenministerium in Eriwan am Dienstag mit. Zuvor hatte die Türkei angekündigt, dass beide Länder Sondergesandte bestimmen wollten, um weitere Schritte abzusprechen.

Die Grenzen zwischen beiden Ländern sind seit Jahrzehnten geschlossen. Die diplomatischen Beziehungen liegen auf Eis. Die Türkei pflegt enge Beziehungen zu Armeniens Rivalen Aserbaidschan. Ankara unterstützte Baku etwa im jüngsten Krieg um Bergkarabach im Südkaukasus auch militärisch.

Historisch belastetes Verhältnis

Die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei sind auch historisch stark belastet. Während des Ersten Weltkriegs wurden Armenier systematisch verfolgt und auch auf Todesmärsche geschickt. Historiker sprechen von bis zu 1,5 Millionen Opfern.

Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reichs gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Genozid lehnt Ankara jedoch ab.

dpa/dtj