Brüder im Geiste: Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev (links) mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan. Foto: Uncredited/AP/Turkish Presidency/dpa

Recep Tayyip Erdoğan und sein aserbaidschanischer Amtskollege Ilham Aliyev haben gemeinsam die strategisch wichtige Stadt Schuscha besucht, die im Krieg um Bergkarabach von Aserbaidschan zurückerobert wurde. Erdoğan ging nicht ohne ein Versprechen.

Erdoğan lobte am Dienstag die „Befreiung“ Schuschas von armenischer „Unterdrückung“. Aliyev dankte seinem „Bruder“ Erdoğan erneut für dessen Unterstützung im Kampf um die Region. Erdoğan kündigte zudem an, ein türkisches Konsulat in Schuscha eröffnen zu wollen.

Im Krieg um Bergkarabach zwischen Aserbaidschan und Armenien hatte sich Aserbaidschan im letzten Herbst weite Teile des Anfang der 1990er-Jahre verlorenen Gebiets zurückerobert. Mehr als 6000 Menschen starben bei den Kämpfen. Aserbaidschan hatte Schuscha am 8. November 2020 zurückerobert.

„Eine Nation, zwei Staaten“

Danach hatte Armenien praktisch in einem von Russland vermittelten Abkommen kapituliert. Aserbaidschan hatte den Kampf um die Region vor allem Dank des Einsatzes türkischer Drohnen gewonnen.

Erdoğan und Aliyev betonen immer wieder ihre Nähe zueinander – etwa in dem viel zitierten Satz „Eine Nation, zwei Staaten“. Sie bezeichnen sich gegenseitig als „Brudervolk“. Auch bei dem Besuch am Dienstag gaben sich die Staatsoberhäupter vertraut. Beide Seiten betonten, die Beziehung weiter vertiefen zu wollen und unter anderem in der Verteidigungsindustrie stärker kooperieren wollen.

Erdoğans Besuch in Baku hat auch einen sportlichen Hintergrund. Am Abend trifft die Türkei im Rahmen der EM im zweiten Gruppenspiel auf Wales.

dpa/dtj