Erdoğan und Sisi trafen sich zuletzt 40 Tage vor dem Sturz von Mohammed Mursi. Dieses Foto wurde später von der Webseite des türkischen Ministerpräsidentenamts entfernt. Foto: Başbakanlık

Die Türkei und Ägypten haben türkischen Berichten zufolge ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen. Die Beziehungen zwischen Kairo und Ankara liegen seit dem Putsch gegen Ex-Präsident Mursi auf Eis. 

Gespräche seien ohne Vorbedingungen aufgenommen worden, „unsere Gespräche auf diplomatischer Ebene haben begonnen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag den türkischen Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu. Aus Kairo gab es zunächst keine Reaktion.

Der politische Streit war 2013 eskaliert, nachdem die türkische Regierung die Absetzung des damaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi durch die Armee wiederholt als illegitimen „Militärputsch“ bezeichnet hatte. Botschafter beider Länder wurden abgezogen.

Mehrere Konfliktpunkte

Ägypten wirft der Türkei unter anderem vor, weiterhin islamistische Organisationen in der Region zu unterstützen. Gegen Anhänger der Muslimbruderschaft im Land geht Präsident Abdel Fatah al-Sisi mit großer Härte vor, etliche sitzen im Gefängnis. Auch andere Themen trennen Ankara und Kairo: Beide Staaten unterstützen etwa im Libyen-Krieg unterschiedliche Lager. Auch im Streit um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer liegen sie über Kreuz.

Nach Jahren unterbrochener Beziehungen könne man nicht so tun, „als sei nichts gewesen“, hieß es aus Ankara. Es bestehe ein Mangel an Vertrauen. Man wolle die Sache langsam angehen und einen „Fahrplan“ bestimmen.

dtj/dpa