Das Logo vom DFB-Pokal ist vor einer leeren Tribüne zu sehen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Überraschung vor Gericht: Der Bundesligist FC Schalke 04 trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf Türkgücü München eigentlich. Der Drittliga-Aufsteiger hatte mit einer Klage gegen einen Entschluss des Bayerischen Fußball Verbands Erfolg, gab das Landgericht München am Freitag bekannt. Der Entscheid ist bislang „vorläufig“. Der DFB sagte die Partie ab.


Beim 1. FC Schweinfurt herrscht Katerstimmung. Der Verein aus der Regionalliga Bayern ist der Leidtragende eines juristischen Tauziehens, das mit einem Entscheid des Münchener Landgericht ein vorläufiges Ende findet. Was war passiert?

Am Freitag ließ das Gericht per Pressemitteilung verlautbaren: „Der BFV (Bayerische Fußballverband, Anm. d. Redaktion) wird verpflichtet, die Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 e.V. für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2020/2021 vom 6. September 2020 vorläufig zu widerrufen und stattdessen Türkgücü München für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals 2020/2021 vorläufig zu melden.“

Erfolge für Türkgücü

Der BFV meldet nach dem Ende einer Spielzeit den Meister der Regionalliga Bayern für die 1. Runde des DFB-Pokals. Da die Saison 2019/20 aufgrund der Corona-Pandemie jedoch unterbrochen wurde, wurde Türkgücü frühzeitig als Aufsteiger in 3. Liga gemeldet, fiel aber in der Regionalliga aus der Wertung, sodass der Klub am Stichtag 6. September nicht in der Regionalliga gelistet war.

Die Folge: Türkgücü qualifizierte sich zunächst nicht für den DFB-Pokal. Dagegen ging der ambitionierte deutsch-türkische Verein aus der bayerischen Landeshauptstadt vor. Mit Erfolg. „Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis der Bayerischen Fußballverbandes die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB-Pokal teilnehmen zu lassen“, sagte Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny. Der Entscheid ist allerdings „vorläufig“. Der DFB sagte die Partie ab, da der BFV gegen die Entscheidung vorgehen will und der Rechtsstreit bis Sonntag nicht geklärt werden kann. Schalke reagierte verärgert.

19 Neuzugänge in einer Saison

Kommt es tatsächlich zum Duell auf Schalke, wäre das für Türkgücü eine weitere Erfolgsmeldung. In den vergangenen Wochen machte der Drittliga-Aufsteiger mit einigen Transfers Schlagzeilen. Für Aufmerksamkeit sorgte nur wenige Stunden vor der Gerichtsentscheidung der 19. (!) Neuzugang Emre Kurt. Der 23-Jährige wurde beim FC Augsburg ausgebildet und kommt vom türkischen Zweitligisten Ümraniyespor. Er soll die Defensive verstärken.

Tags zuvor gab der Verein die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Atakan Akkaynak bekannt. Er wird von Çaykur Rizespor ausgeliehen und ist ein echter Transfercoup. Denn Akkaynak durchlief die Nachswuchsabteilung von Bayer 04 Leverkusen. 2016 wurde der 21-Jährige als Kapitän der Werkself deutscher U17-Meister.


Im DTJ-Exklusiv-Interview spricht Türkgücü München-Geschäftsführer Max Kothny über die kommende Saison und die Rolle des umstrittenen Präsidenten.