Im Fokus: Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü München. Foto: dpa-Bildfunk

Er ist der jüngste Geschäftsführer im deutschen Profifußball und stellte im vergangenen Sommer einen komplett neuen Kader zusammen. Max Kothny (24) von Türkgücü München hat bereits bewiesen, dass er im Profifußball bestehen kann. Nun ist er bei dem deutsch-türkischen Verein als Krisenmanager gefordert.

Denn der Drittligist – aktuell auf einem unerwartet guten achten Platz der Tabelle – kommt nicht aus den Schlagzeilen. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde bekannt, dass Investor Hasan Kıvran intern seinen Rückzug angekündigt hatte. Der genaue Zeitpunkt seines Ausstiegs steht noch nicht fest. Und ob er damit auch das Amt des Vereinspräsidenten der Türkgücü München GmbH abgeben wird, ist ebenfalls nicht klar.

Vier Millionen Euro Verlust intern eingeplant

Kıvran, der mit dem Start-up „Mobile Concept“ aus Oberhaching zu Geld kam und gemeinhin als Alleinherrscher bei Türkgücü bezeichnet wird, hinterlässt einen Verein, der sportlich an der Tür zur Zweiten Liga klopft, aber finanziell auf wackligen Beinen steht. Dem Fachmagazin „kicker“ zufolge plant Türkgücü intern mit mehr als vier Millionen Euro Verlust.

Kothny steht nun plötzlich vor mehreren Mammutaufgaben. Er muss nicht nur Interessenten finden, die Kıvrans Anteile übernehmen möchten, der Geschäftsführer muss auch schnell für Liquidität bei Türkgücü sorgen. Aktuell „laufen Gespräche mit (…) eventuellen Interessenten, die seine Anteile übernehmen wollen“, sagte Kothny dem „kicker“.

Zeit drängt – Stichtag 21. Januar

Die ungewisse Zukunft Türkgücüs liegt nun allein in den Händen des 24-Jährigen. Denn ohne eine Einigung mit solventen Nachfolgern ist sogar die aktuelle Spielzeit in Gefahr. Das bedeutet: Ein neuer Investor müsste erst einmal die Finanzlöcher stopfen. Und das Timing könnte inmitten einer globalen Pandemie nicht schlechter sein.

Hinzu kommt: Die Zeit drängt. Bis zum 21. Januar ist Türkgücü verpflichtet, Liquidität bis zum Saisonende nachzuweisen. Gelingt das nicht, droht neben einer Insolvenz gar die Einstellung des Spielbetriebs.

Für die sportlich erfolgreichen Türkgücü-Spieler wäre das besonders bitter. Dem Team um das Traumduo Sercan Sararer und Petar Sliskovic fehlen aktuell bei einer Partie weniger nur drei Punkte, um auf den Relegationsplatz zur 2. Bundesliga rücken zu können.