292 der Verdächtigen seien aktive oder ehemalige Soldaten, denen im Zusammenhang mit dem Putschversuch von 2016 Verbindungen zu Gülen vorgeworfen würden. Der Putschversuch liegt jetzt fast fünf Jahre zurück. Foto: EGM

Behörden in der Türkei sind in weiten Landesteilen gegen mutmaßliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen vorgegangen. Die Istanbuler Oberstaatsanwaltschaft ordnete die Festnahme für 294 Verdächtige an. Darunter sind auch hochrangige Militärs.

Es handele sich größtenteils um Soldaten. Spezialeinheiten hätten in 42 Provinzen des Landes Durchsuchungen durchgeführt und dabei einige der Verdächtigen gefasst, berichtete Anadolu – ohne eine genaue Zahl zu nennen. 292 der Verdächtigen seien aktive oder ehemalige Soldaten, denen Verbindungen zu Gülen im Zusammenhang mit dem Putschversuch unterstellt würden. Der Putschversuch liegt jetzt fast fünf Jahre zurück. Zwei weiteren Verdächtigen werde die Unterstützung der Bewegung vorgeworfen.

In der Türkei gibt es regelmäßig Razzien gegen mutmaßliche Anhänger des Predigers. Die türkische Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan verfolgt die Gülen-Bewegung seit 2014 als eine terroristische Organisation. Dies war eine Reaktion auf den Korruptionsskandal im Dezember 2013. Hinter dieser Aufdeckung vermutet Erdoğans AKP Gülen-nahe Polizisten und Staatsanwälte. Gülen und seine Anhänger hätten den Staat unterwandert, um die Macht zu übernehmen. Die Bewegung weist die Vorwürfe entschieden zurück.

dpa/dtj