Im Fokus: Nikos Christodoulidis, früherer Außenminister von Zypern. Foto: Darko Vojinovic/AP/dpa

Im Süden der geteilten Insel Zypern werden die Menschen dieses Jahr einen neuen Präsidenten wählen. Der Favorit trat für die Kandidatur vom Außenamt zurück. Er ist seinem Ziel sehr nahe.

Am Donnerstag hat in der kleinen EU-Inselrepublik Zypern offiziell der Wahlkampf um die Präsidentschaft begonnen. Favorit ist den Umfragen zufolge der ehemalige Außenminister Nikos Christodoulidis (49). Der konservative Politiker könnte demnach in der ersten Runde auf etwa 35 Prozent der Stimmen kommen. Zwei weitere Kandidaten, der von der Linkspartei (AKEL) unterstützte ehemalige Diplomat Andreas Mavrogiannis (66) und der Chef der konservativen Partei Demokratische Gesamtbewegung (DISY), Averof Neofytou (61), dürften laut Umfragen jeweils rund 20 Prozent erreichen.

Die erste Wahl findet am 5. Februar statt. Weil voraussichtlich kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen wird, steht dann eine Woche später am 12. Februar eine Stichwahl an. Insgesamt bewerben sich 14 Kandidaten und Kandidatinnen, teilte der Chef der Wahlkommission mit. Christodoulidis gilt als Politiker, der Ankara gegenüber eher kritisch eingestellt ist.

Amtierender Anastasiades tritt nicht mehr an

Der amtierende Präsident Nikos Anastasiades tritt nach zwei Amtszeiten nicht mehr an. Das Staatsoberhaupt auf Zypern wird direkt vom Volk gewählt, er stellt und führt die Regierung. Gewählt wird allerdings nur im Südteil der Insel. Die Bevölkerung der nur von der Türkei anerkannten Türkischen Republik Nordzypern (KKTC) nimmt nicht teil und ist auch nicht wahlberechtigt.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Die gesamte Insel ist seit 2004 Mitglied der EU. Das Regelwerk und das Recht der EU werden jedoch nur im Süden angewandt. Zahlreiche internationale Bemühungen, die Teilung zu überwinden, sind bislang gescheitert.

dpa/dtj