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Waldbrände in der Türkei: Drohnen sollen Leben retten – Experte fordert mehr Prävention

  • August 2, 2026
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Waldbrände in der Türkei: Drohnen sollen Leben retten – Experte fordert mehr Prävention

Die Türkei setzt im Kampf gegen Waldbrände zunehmend auf moderne Drohnentechnologie. Während die Technik Brände schneller erkennen und Einsatzkräfte unterstützen soll, mahnen Fachleute, die Ursachen der Feuer stärker in den Blick zu nehmen.

Die Türkei baut den Einsatz von Drohnen bei der Bekämpfung von Waldbränden weiter aus. Nach Angaben der Generaldirektion für Forstwirtschaft war das Land im vergangenen Jahr europaweit führend beim Einsatz unbemannter Fluggeräte zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von Waldbränden.

In der westtürkischen Metropole Izmir nutzt die Feuerwehr seit diesem Jahr Drohnen mit Wärmebildkameras, die selbst durch dichten Rauch die heißesten Brandherde lokalisieren können. Die Bilder und Koordinaten werden in Echtzeit an die Einsatzzentrale übermittelt, sodass Löschfahrzeuge gezielt dirigiert werden können. Nach Angaben der Feuerwehr lassen sich dadurch auch die Ausbreitungsrichtung eines Feuers und mögliche Gefahren für Wohngebiete besser einschätzen, was Evakuierungen beschleunigen soll.

Technik unterstützt auch die Einsatzkräfte

In der Provinz Adana wird die Drohnentechnologie bereits weitergedacht. Dort wurden Drohnen so umgebaut, dass sie Feuerwehrleute im unwegsamen Gelände mit Schutzausrüstung, Werkzeugen oder Erste-Hilfe-Material versorgen können. Nach Angaben des stellvertretenden Forstwirtschaftsministers Abdulkadir Polat soll dies die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen und tödliche Unfälle verhindern.

Die Türkei investiert seit Jahren massiv in die Entwicklung eigener Drohnentechnologie. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Unternehmen Baykar, das international vor allem durch seine Militärdrohnen bekannt geworden ist.

Experte: Prävention statt Heldengeschichten

Trotz technologischer Fortschritte sieht der Forstwissenschaftler Dr. Cihan Erdönmez von der Universität Istanbul den Schlüssel zur Bekämpfung von Waldbränden vor allem in der Prävention. Im Interview mit der Journalistin Nevşin Mengü kritisierte er, dass sich die öffentliche Debatte zu stark auf Löschflugzeuge und spektakuläre Einsätze konzentriere.

Nach seinen Angaben geht rund ein Viertel der verbrannten Waldflächen auf mangelhaft gewartete Stromleitungen zurück. Private Energieversorger müssten deshalb stärker in die Pflicht genommen werden. Zudem betont Erdönmez, dass Waldbrände am effektivsten am Boden bekämpft würden: Entscheidend seien gut vorbereitete und koordinierte Bodenteams – nicht allein der Einsatz von Flugzeugen oder Hubschraubern.

Seit Beginn der Woche kämpft die Türkei nach Angaben des Forstministeriums mit mehr als 250 Waldbränden. Zwar konnten viele Feuer unter Kontrolle gebracht werden, doch starke Winde sowie anhaltend heiße und trockene Wetterbedingungen erschweren die Löscharbeiten weiterhin. Feuerwehr, Forstbehörden und zahlreiche Freiwillige sind vielerorts im Dauereinsatz.

dtj/dpa

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