Archivfoto: Arbeiter bereiten Sandwiches in einem Fischrestaurant im Stadtteil Eminönü vor. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Die Inflation in der Türkei hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Türken verfolgen aktuell nicht nur die Zahlen des Statistikamts, sondern auch jene einer unabhängigen Expertengruppe.

Die jährliche Teuerung lag für das türkische Statistikamt (TÜIK) im September bei 83,45 Prozent, die unabhängige Expertengruppe ENAG kommt auf 186,27 Prozent. Die Lebensmittelpreise waren nach TÜIK um gut 93 Prozent gestiegen. Im August hatten die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 80,21 (TÜIK) bzw. 181,37 Prozent (ENAG) höher gelegen.

Die Inflation in der Türkei wird durch mehrere Faktoren getrieben. Seit längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für Preisauftrieb, da sie in die Türkei importierte Güter wechselkursbedingt verteuert.

Türkei will Gas später bezahlen

Hinzu kommen Probleme in den internationalen Lieferketten, die Vorprodukte teurer machen. Daneben steigen die Preise von Energie und Rohstoffen, vor allem im Zusammenhang mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine. Die Türkei hat zuletzt Russland um Zahlungsverzögerung für Gas gebeten.

Anders als die meisten Zentralbanken reagiert die türkische Notenbank auf die hohe Inflation nicht mit Zinsanhebungen, sondern mit -senkungen.

dpa/dtj