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Schwere Vorwürfe gegen Kuntz: HSV äußert sich zum Aus des früheren türkischen Nationaltrainers

  • Januar 12, 2026
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Schwere Vorwürfe gegen Kuntz: HSV äußert sich zum Aus des früheren türkischen Nationaltrainers

Nach dem Abschied von Stefan Kuntz als HSV-Sportvorstand stehen Vorwürfe im Raum. Kuntz hat diese zurückgewiesen. Jetzt nimmt der Aufsichtsrat des Hamburger SV Stellung.

Der Aufsichtsrat des Hamburger SV hat mitgeteilt, der Abschied von Sportvorstand Stefan Kuntz stehe im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen eines angeblichen Fehlverhaltens des 63-Jährigen. Offiziell waren bei der Verkündung der Trennung zum 31. Dezember 2025 familiäre Gründe angegeben worden.

„Der Aufsichtsrat hat gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“, hieß es nun in einer Stellungnahme des Kontrollgremiums auf der Internetseite des Fußball-Bundesligisten. Anschließend habe man „eine schnellstmögliche Trennung“ angestrebt.

Aufsichtsrat waren Vorwürfe seit Dezember bekannt

Zuvor hatte die „Bild“ von Anschuldigungen gegen Kuntz berichtet. Die Rede ist davon, dass der frühere deutsche Nationalspieler und türkische Nationaltrainer (2021-23) eine HSV-Mitarbeiterin verbal sexuell belästigt haben soll. Kuntz hatte den Vorwürfen am Sonntagabend auf seinem offiziellen Instagram-Account widersprochen. „Erst einmal möchte ich sagen, dass mich die Vorwürfe hart treffen. Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück!“, hieß es in dem Statement. Kuntz teilte weiter mit, er habe „im Sinne meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen“ seine Anwälte eingeschaltet. Diese sollten laut Kuntz „gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen“ vorgehen.

Am 2. Januar hatte der Verein verkündet, dass sich der HSV und Kuntz auf die Auflösung des Vertrages geeinigt hatten. Laut der damaligen Mitteilung hatte der 63-Jährige den Aufsichtsrat der AG nach den Weihnachtsfeiertagen aus persönlichen familiären Gründen um eine sofortige Beendigung seiner Tätigkeit gebeten.

In der heutigen Mitteilung des Aufsichtsrats hieß es nun, im Dezember 2025 seien „Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz“ an das Kontrollgremium herangetragen worden. Der Aufsichtsrat betonte, dass Kuntz „insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Trennung zum 31.12.2025 zugestimmt“ habe. Kuntz sei dabei anwaltlich vertreten worden und habe die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, nicht genutzt.

Überraschender Abschied zum Jahresbeginn

In der Mitteilung des HSV zur Trennung war Kuntz am 2. Januar wie folgt zitiert worden: „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren“, hieß es von Kuntz, der als Profi unter anderem für Beşiktaş Istanbul (1995/96) auflief und als Sympathieträger des deutschen und türkischen Fußballs gilt. „Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste.“

Im Mai 2024 hatte er Jonas Boldt als Sportvorstand des HSV abgelöst. Unter Kuntz‚ Führung kehrten die Hamburger nach siebenjähriger Abstinenz in die Bundesliga zurück.

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