Über ein Viertel aller Schiffsladungen aus der Ukraine sind bislang für den Vertragspartner Türkei bestimmt gewesen. Dies führte zu einer vorläufigen Erleichterung an den türkischen Märkten. Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Die türkische Zentralbank hat den Leitzins trotz hoher Inflation gesenkt. Der Wert werde von 14 auf 13 Prozent reduziert, teilte die Zentralbank in Ankara mit. Was das für die Preise im Land bedeutet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte in den vergangenen Wochen bereits einen solchen Schritt angekündigt. Die Türkei kämpft mit einer Wirtschaftskrise und hoher Inflation. Im Juli lagen die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 79,6 Prozent höher.

Anders als viele andere Zentralbanken stemmt sich die türkische Notenbank gegen die Entwicklung jedoch nicht mit Zinsanhebungen. Fachleute nennen als Grund politischen Druck. Die Inflation in der Türkei wird durch mehrere Faktoren getrieben.

Preise explodieren

Seit längerem sorgt die schwache Landeswährung Lira für Preisauftrieb, da sie in die Türkei importierte Güter wechselkursbedingt verteuert. Hinzu kommen Probleme in den internationalen Lieferketten, die Vorprodukte teurer machen.

Daneben steigen die Preise von Energie und Rohstoffen, vor allem wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Die Zentralbank hatte den Leitzins seit Dezember unverändert gelassen, nachdem eine wiederholte Absenkung einen deutlichen Kursrutsch ausgelöst hatte.

dpa/dtj