Die Türkei hat heute erneut ein Gas-Bohrschiff ins Mittelmeer geschickt. Wo genau „Abdülhamid Han“ bohren wird, ist unklar, Präsident Erdoğan zufolge soll es an jene Arbeiten anknüpfen, die vor zwei Jahren pausiert wurden.

Das Schiff wurde planmäßig von Präsident Recep Tayyip Erdoğan losgeschickt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Türkische Erdgaserkundungen beobachtet vor allem der Nachbar Griechenland ganz genau.

2020 gerieten die beiden Länder an den Rande einer militärischen Auseinandersetzung. Hinter dem Konflikt stehen territoriale Uneinigkeiten: Griechenland bezichtigte die Türkei damals, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara vertrat den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehörten. Die bilateralen Beziehungen befinden sich derzeit erneut an einem Tiefpunkt.

Ob das Schiff tatsächlich in umstrittene Gewässer fährt, ist unklar. Energieminister Fatih Dönmez twitterte am Wochenende, das Schiff zähle die Tage, bis es ins tiefe Mittelmeer aufbrechen könne. Erdoğan zufolge soll es südlich von Antalya/Gazipaşa bohren. Er sagte zudem am Montag, man werde keine Handlungen in den Hoheitsgebieten der Türkei zulassen, die sich gegen das Land richteten. Die Abdülhamid Han ist eines von vier türkischen Bohrschiffen.

dpa/dtj