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Ehemaliger türkischer Autor und „Zaman“-Kolumnist verstorben

  • Januar 25, 2026
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Ehemaliger türkischer Autor und „Zaman“-Kolumnist verstorben

Der türkische Autor, Journalist und Akademiker Ahmet Turan Alkan ist verstorben. Er war langjähriger Kolumnist der später per Notstandsdekret geschlossenen Zeitung „Zaman“ und wurde nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 wegen seiner publizistischen Tätigkeit mehrfach verurteilt.

Wie sein langjähriger Weggefährte Mümtaz’er Türköne am Mittwoch auf X mitteilte, ist der bekannte türkische Autor und Journalist Ahmet Turan Alkan im Alter von 72 Jahren in Bursa verstorben. Dort fand am Donnerstag auch sein Begräbnis statt. Alkan war langjähriger Kolumnist in der per Notstandsdekret geschlossenen Zeitung „Zaman“.

Nach dem Putschversuch einer Gruppe von Militärs im Jahr 2016, die nach Lesart der Regierung der Gülen-Bewegung angehörten, wurde Alkan für seine Kolumnen und Social-Media-Beiträge verhaftet. Im Jahr 2018 verurteilte ihn ein Gericht in Istanbul zu 8 Jahren und 9 Monaten Haft. Er wurde zwar auf freien Fuß gesetzt und der Kassationshof hob das Urteil auf. Im Jahr 2022 wurde er jedoch erneut verurteilt – zu 2 Jahren und 6 Monaten.

Demokratische Rechte „grundlegend wie Luft, Wasser und Brot“

Zu dem milderen Urteil dürfte beigetragen haben, dass er 2021 eine öffentliche Entschuldigung für frühere Kritik gegenüber Präsident Recep Tayyip Erdoğan und MHP-Führer Devlet Bahçeli geäußert hatte. Außerdem hatte er in den Tagen nach dem Putsch angekündigt, sich nicht mehr politisch, sondern nur noch literarisch und als Akademiker äußern zu wollen.

Für die Rechte inhaftierter Journalistenkollegen trat er dennoch weiterhin ein. Nach seiner Entlassung hatte Alkan erklärt, ein Teil seines Herzens „bleibt in Silivri“, dem Ort seiner Inhaftierung, solange dort gefangene Journalisten nicht freikämen. Demokratische Rechte seien „grundlegend wie Luft, Wasser und Brot“.

Alkan zog sich nach dem Putschversuch aus der politischen Kommentierung zurück

Ahmet Turan Alkan wurde 1954 in Sivas geboren. Nach Abschluss seiner schulischen Laufbahn studierte er von 1972 an der Fakultät für Politikwissenschaften der Universität Ankara. In seinen jüngeren Jahren engagierte er sich für die nationalistische „Idealistenbewegung“ und schrieb für Formate, die dieser zuzurechnen waren.

Nach seinem Abschluss kehrte er nach Sivas zurück. Er absolvierte seinen Militärdienst, arbeitete ab 1982 drei Jahre lang in einem Buchhaltungsbüro und begann 1985 an der Cumhuriyet-Universität zu arbeiten. Er erwarb dort auch einen Doktortitel und wurde als Fakultätsmitglied an die Abteilung für öffentliche Verwaltung der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften berufen.

Im Jahr 1989 begann er Bücher zu schreiben – insgesamt veröffentlichte er 19 Druckwerke. Zudem schrieb er für „Zaman“, die als Sprachrohr der Gülen-Bewegung galt, und die ebenfalls später von der Führung in Ankara liquidierten Zeitung „Aksiyon“. Seine Essays, Kolumnen und Analysen gehörten zu den meistgelesenen in der Türkei und in der türkischen Diaspora. Im Jahr 2008 beendete Alkan seine akademische Laufbahn.

Als er im Juli 2016 ankündigte, keine politischen Kommentare mehr zu schreiben, begründete er dies mit der Schnelllebigkeit der Tagespolitik. Diese mache ein dauerhaftes Bekenntnis zu einer problematischen Gewohnheit. Der Tod Alkans hat in der türkischen Literatur- und Medienlandschaft breite Anteilnahme ausgelöst.

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