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Türkei: Rockstar und weitere Prominente festgenommen

  • Februar 17, 2026
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Türkei: Rockstar und weitere Prominente festgenommen

Seit Monaten gehen türkische Behörden gegen Prominente wegen mutmaßlichem Drogenkonsum oder -besitz vor. Nun wurden erneut bekannte Sänger und ein Schauspieler festgenommen. Das Vorgehen steht in der Kritik.

Die türkische Polizei hat im Rahmen einer Drogenrazzia zahlreiche Prominente festgenommen, darunter den Sänger der wohl populärsten Rockband des Landes. Insgesamt werde nach 25 Verdächtigen gefahndet, 17 davon seien in Gewahrsam genommen worden, teilte die Istanbuler Staatsanwaltschaft mit.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, unter den Festgenommenen sei der Frontmann der Rockband Duman, Rıza Kaan Tangöze. Zudem gehörten ein bekannter Popsänger, ein Schauspieler, ein Model und mehrere Geschäftsleute dazu, hieß es. Hier die Namen aller Festgenommenen: Sırrı Murat Dalkılıç, Rıza Kaan Tangöze, İsmail Hacıoğlu, Kemal Doğulu, Hakan Tunçelli, Murat Cevahiroğlu, Barış Talay, Hakan Kakız, Murat Öztürk, Murathan Kurt, Nailcan Kurt, Alihan Taşkın, Tolga Sezgin, Ramazan Bayar, Aygün Aydın, Buse Görkem Narcı und Furkan Koçan.

Ermittler werfen Drogenbesitz vor

Die Staatsanwaltschaft ermittele wegen verschiedener Drogendelikte, darunter Kauf, Besitz und Konsum von verbotenen Substanzen. Es seien bei Razzien zudem insgesamt rund 53 Gramm Marihuana beschlagnahmt worden. Von den Beschuldigten gab es zunächst keine Stellungnahme.

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Drogendelikte können nach türkischem Recht mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Bei Erstkonsum wird in der Regel kein Verfahren eingeleitet oder eine Bewährungsstrafe verhängt.

Kritik an Vorgehen der Behörden

Türkische Behörden haben in den letzten Monaten zahlreiche Razzien gegen Prominente vorgenommen, unter anderem wegen mutmaßlichem Drogenkonsum.

Kritiker bemängeln, dass die Fälle teils öffentlich zur Schau gestellt werden und die Behörden gegen mutmaßliche Konsumenten, aber nicht ausreichend gegen kriminelle Netzwerke vorgingen. Sie sehen hinter dem Vorgehen auch politische Gründe und den Versuch der islamisch-konservativen Regierung, einen bestimmten Lebensstil an den Pranger zu stellen.

dpa/dtj

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