Wirtschaft & Arbeitswelt

Immer mehr geben ihr Geschäft auf: Türkischer Mittelstand sendet Alarmzeichen

  • April 13, 2026
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Immer mehr geben ihr Geschäft auf: Türkischer Mittelstand sendet Alarmzeichen

Steigende Geschäftsschließungen und sinkende Neugründungen setzen dem türkischen Mittelstand zu. Neue Zahlen aus dem März zeigen eine deutliche Verschärfung der Lage – und werfen Fragen nach der wirtschaftlichen Stabilität kleiner Betriebe auf.

Die türkische Wirtschaft kommt nur schleppend aus der Krise – und krisenhafte Entwicklungen wie die Folgen des Irankrieges verschärfen die ohnehin bereits verfestigten strukturellen Unwägbarkeiten. Davon sind vor allem auch das Handwerk und das Kleingewerbe betroffen. So mussten im bisherigen Verlaufe des Jahres 34.155 Betriebe aufgeben. Das ist ein Plus von 11,79 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Gleichzeitig ist die Zahl der Neugründungen um 5,98 Prozent von 80.113 auf 75.124 zurückgegangen. Allein 22.333 Neueröffnungen weniger waren im März zu verzeichnen (minus 2,73 Prozent). Demgegenüber schlossen 9.802 Betriebe (plus 11,54 Prozent gegenüber dem Vorjahr) ihre Pforten für immer. Dies geht aus den Zahlen des türkischen Verbandes des Handwerks und Kleingewerbes (TESK) hervor.

Trends sprechen deutliche Sprache

Die Gründungsbereitschaft ist deutlich rückläufig, kleine und mittlere Unternehmen sehen keine Perspektiven mehr. Die wirtschaftliche Stabilität vieler Betriebe ist gefährdet. Die Inflation bleibt immer noch über 30 Prozent. Sie trägt zu einer Schwäche der Binnennachfrage bei.

Auch steigende Mieten und Produktionskosten – etwa für Energie und Materialien – führen zu Verschuldung und Unrentabilität. Dazu kommen hohe Zinsen und  die Abwertung der Lira, die Investitionen und Planungen erschweren.

Es ist zudem noch nicht absehbar, wie sich der Krieg im Iran weiterentwickelt – auch, wenn die Pipeline-Infrastruktur die Türkei etwas weniger anfällig für die Folgen der Hormus-Blockade sein dürfte als nicht daran angebundene Staaten.

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