Afrikareise: Papst Leo XIV. wirbt in Algerien für Dialog und Respekt
Zum Auftakt seiner Afrikareise hat Papst Leo XIV. in Algerien für interreligiösen Dialog, gegenseitigen Respekt und ein friedliches Zusammenleben geworben. In der Großen Moschee von Algier betonte er gemeinsame Werte von Christen und Muslimen. Bereits im Libanon hatte er sich im Herbst gegen Angst-Narrative gegenüber dem Islam gewandt.
Am Montag begann die elftägige Afrikareise des Oberhauptes der Katholischen Kirche, Papst Leos XIV., mit einem Besuch in Algerien. Vom 13. bis 15. April führte ihn seine apostolische Reise nach Algerien. Neben dem nordafrikanischen Land standen auch Stationen in Kamerun, Angola und Äquatorialguinea auf dem Programm.
In Algier besuchte er dabei die Große Moschee. Dort begrüßte ihn deren Rektor Mohamed Mamoun Al Qasimi. Papst Leo nutzte die Gelegenheit, um für wechselseitigen Respekt, Vergebung und einen authentischen Dialog zu werben, der seine Wurzeln im Glauben hat. Kulturelle und religiöse Unterschiede, so Leo, sollten Begegnung statt Konfrontation hervorrufen.
„Suche nach Gott und der Wahrheit“: Papst verwies auf die Botschaft von Augustinus
In seiner kurzen Ansprache ging der Papst auf den Kirchenvater Augustinus ein, der im 4. und 5. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Algeriens lebte und wirkte. Diesem sei es stets ein Anliegen gewesen, die Welt die Suche nach Gott, die Suche nach Wahrheit, die Anerkennung der Würde jedes Menschen und die Bedeutung des Friedensaufbaus zu lehren.
Gott zu suchen, so Papst Leo, bedeute auch, „das Bild Gottes in jedem Geschöpf zu erkennen, in den Kindern Gottes, in jedem Mann und jeder Frau, die nach Gottes Bild und Ähnlichkeit geschaffen wurden“. Für die Gegenwart bedeute dies die Aufforderung an alle, zu lernen, mit Respekt vor der Würde jedes Menschen zusammenzuleben.
Der Pontifex sprach auch das Bildungszentrum an, das sich neben der Moschee befindet. In diesem Kontext unterstrich er, dass Menschen ihre von Gott gegebenen intellektuellen Fähigkeiten entwickeln sollten. So könne man entdecken, „wie groß die Schöpfung ist, die Größe dessen, was Gott uns in der gesamten Schöpfung und besonders in der menschlichen Person hinterlassen hat“.
Barmherzigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit als Grundlage des Zusammenlebens
Gebet, die Suche nach Wahrheit und die Anerkennung der Würde jedes Menschen könne es lehren, „einander zu respektieren, in Harmonie zu leben und eine Welt des Friedens aufzubauen“. Der Papst unterstrich, wie wichtig es sei, die Würde jedes Menschen als nach Gottes Bild geschaffenen Wesens anzuerkennen. Es sei essenziell, auf der Grundlage gemeinsamer Werte wie Barmherzigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit zusammenzuleben.
Authentischer Glaube, so das Kirchenoberhaupt, müsse Mitgefühl einschließen. Er warnte vor Verständnissen von Religionen und Gesellschaften, denen Gerechtigkeit fehle. Algerien, so Leo XIV., sei eine Brücke für christlich-muslimische Harmonie. In der bekannten Basilika beschrieb er eine Gemeinschaft zwischen Christen und Muslimen, die sich „unter dem Mantel Unserer Lieben Frau von Afrika“ bilde.
Die Katholiken ermunterte er, Einheit durch Gebet und Nächstenliebe zu bezeugen. Die Zukunft gehöre „Männern und Frauen des Friedens“, die Wahrheit und Vergebung und nicht Gewalt suchten.
Papst knüpft an seine Versöhnungsbotschaft im Libanon an
Bereits im November 2025 im Libanon hatte der Papst Christen und Muslime als „Brüder und Schwestern, weil wir denselben Vater im Himmel haben“, beschrieben. Er bezeichnete das Land als eines, in dem sowohl Islam als auch Christentum respektiert würden. Es gebe ein Beispiel, dass es „die Möglichkeit gibt, zusammenzuleben und Freunde zu sein“.
Leo XIV. betonte damals, dass sich bei seinem Besuch in der Türkei und im Libanon alle Gespräche, die er geführt habe, „auf das Thema Frieden und Respekt für Menschen verschiedener Religionen“ konzentriert hätten. Einer der Werte seiner damaligen Reise sei es gewesen, „die weltweite Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit zu lenken, dass Dialog und Freundschaft zwischen Muslimen und Christen möglich sind“.
Der Papst wandte sich gegen Narrative, wonach der Islam eine Bedrohung für die christliche Identität im Westen darstelle. Diese Ängste würden vor allem von Personen ausgelöst, die Menschen aus anderen Religionen und anderen Rassen fernhalten wollten. Der Papst wandte sich gegen diese Vorstellungen und warb für Zusammenarbeit:
„Diese Lehren wären auch in Europa oder Nordamerika wichtig: dass wir vielleicht etwas weniger ängstlich sein und Wege suchen sollten, einen authentischen Dialog und Respekt zu fördern.“



