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Gesellschaft

Muslimischer Friedhof in NRW von Unbekannten geschändet

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Die Verwüstung eines muslimischen Friedhofs in Iserlohn sorgt derzeit für großes Aufsehen. Die Stadtbevölkerung von Iserlohn hält dagegen und verurteilt den feigen Akt. Wie wird die neue Ampel-Koalition das Thema Islamfeindlichkeit angehen?

In der nordrhein-westfälischen Stadt Iserlohn wurde am Wochenende ein muslimischer Friedhof verwüstet. Das teilten die Staatsanwaltschaft und Polizei Hagen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Zwischen Freitagmittag (31.12.2021) und Samstagmorgen (01.01.2022) seien auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs der Stadt Iserlohn mehrere Gräber geschändet worden. Festgestellt wurde das am Samstag um kurz vor 10 Uhr. Dabei seien rund 30 Grabsteine umgeschlagen und Dekorationselemente sowie Pflanzen beschädigt worden. Wer hinter der Tat steckt, ist bislang unklar. Der Staatsschutz in Hagen hat die Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung aufgenommen.

Iserlohn steht zusammen

Am Sonntag versammelten sich Dutzende Iserlohner auf dem Friedhofsgelände, um den Angriff zu verurteilen. Der stellvertretende Generalsekretär des Islam-Verbands „IGMG“ und Generalsekretär des Islamrates, Murat Gümüş, bedankte sich in einem Tweet bei allen Anwesenden. Das zeige, dass der „Kampf gegen antimuslimischen Rassismus weitergeführt werden muss und wir alle zusammenstehen“.

Ob es sich tatsächlich um einen islamfeindlichen Übergriff handelt, steht zwar noch nicht mit Sicherheit fest, die Indizien deuten aber sehr stark darauf hin. Muslimische Friedhöfe gibt es hierzulande inzwischen in mehreren Bundesländern.

Koalition will Islamfeindlichkeit bekämpfen

Die in Deutschland registrierten islamfeindlichen Straftaten bewegen sich unterdessen auf einem hohen Niveau. 2020 wurden 901 islamfeindliche Straftaten registriert, 2017 waren es sogar etwa 950. Die Dunkelziffer könnte laut Ansicht einiger Experten sogar höher liegen, weil einige Taten aus Scham oder Angst vor weiteren Übergriffen nicht gemeldet werden.

Das Thema Islamfeindlichkeit spielte auch in den Wahlprogrammen deutscher Parteien im vergangenen Jahr eine Rolle. So forderten die Grünen beispielsweise dringende Präventionsprogramme und umfassende Schutzkonzepte für Muslime: „Opfer müssen geschützt, beraten und gestärkt, die Ursachen verstärkt in den Blick genommen werden.“ Auch die Sozialdemokraten wollen nach eigenen Angaben neben Rassismus und Rechtsextremismus auch gegen Islamfeindlichkeit vorgehen. Konkret heißt es im SPD-Wahlprogramm, dass „Straftaten in diesem Bereich konsequenter erfasst und geahndet werden“ sollen.

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