In Deutschland geht in der Regel nichts ohne Zertifikate, egal ob es um Zeugnisse oder Ausbildungsnachweise geht. Foto: dpa

Der in vielen Branchen immer größer werdende Fachkräftemangel macht nach Meinung von Experten mehr und besser gesteuerte Zuwanderung nötig.

„Ein Hauptproblem ist die Anerkennung der beruflichen Abschlüsse“, sagte Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit am Montag. „Das ist die große Baustelle, an die wir ran und die wir völlig neu regeln müssen.“

Auch jenseits der akuten Personalengpässe etwa an Flughäfen, in der Gastronomie oder bei verschiedenen Hilfstätigkeiten riskiere das Land viel, wenn Einwanderung für den Arbeitsmarkt nicht effizienter ablaufe. Sonst könnten noch stärker als befürchtet die Sozialsysteme in Schräglage geraten. An einer Diskussion in Hannover nahmen auch Vertreter von Deutscher Post DHL und Continental teil.

Halbe Million Zuwanderer gebraucht

Der Chef des Bereichs Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung am IAB schätzt, dass die Bundesrepublik 400.000 bis 500.000 Zuzüge im Jahr bräuchte, um den Gesamtbedarf zu decken. „Davon sind wir sehr weit weg.“

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz leiste in dieser Hinsicht nicht genug. Außerdem müssten für diejenigen, die kämen, mehr berufsbegleitende Sprachprogramme angeboten werden. Dies sei für die Integration entscheidend.

dpa/dtj