Mossul: Muslime verrichten das Gebet zum Eid al-Adha im Innenhof der Großen Moschee von al-Nuri. Foto: Ismael Adnan/dpa

Der IS hatte die rund 800 Jahre alte Moschee in der Altstadt von Mossul 2017 gesprengt. Jetzt wurde dort erstmals wieder zum Opferfest gebeten.

Für Millionen Muslime weltweit hat am Samstag das auch als Annäherungsfest bekannte Opferfest Eid al-Adha begonnen. Gläubige kamen am Morgen in Moscheen zusammen, um dort zu beten. Das viertägige Fest soll an die Bereitschaft von Stammvater Abraham erinnern, seinen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen. Das Eid al-Adha ist neben dem Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan die wichtigste Feier im Islam.

Ein besonderer Tag war es vor allem für Gläubige in der Stadt Mossul im Nordirak. Erstmals seit der Befreiung der Stadt von der Herrschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) konnten sie wieder auf dem Gelände der berühmten Al-Nuri-Moschee die Gebete zum Opferfest sprechen. Der IS hatte das auf das 12. Jahrhundert zurückgehende Gebetshaus in der Altstadt von Mossul 2017 gesprengt. Derzeit wird die Moschee wieder aufgebaut. Am Sonntag vor fünf Jahren hatte Iraks Regierung die Stadt offiziell für befreit erklärt.

Fleisch für die Familie und Bedürftige

In muslimisch geprägten Ländern vor allem in Nahost, Afrika und Asien begann der Feiertag mit einem besonderen Gebet in der Moschee. Traditionell gibt es auch rituelle Schlachtungen. Dabei werden vor allem Schafe und Ziegen geschächtet. Das Fleisch wird in der Familie und unter Freunden aufgeteilt. Ein Teil geht auch an Bedürftige. Üblich ist es auch, Familie und Freunde zu besuchen.

Die Freude über das Opferfest ist in diesem Jahr in vielen Ländern angesichts wirtschaftlicher Probleme jedoch getrübt. So klagen etwa im Senegal oder im Libanon viele Menschen darüber, kein Geld für ein Opfertier zu haben. Ein Schaf kostet hier rund 250 US-Dollar (etwa 250 Euro). In Ägypten sind die Preise für Vieh um bis zu 30 Prozent gestiegen, wie die Zeitung Al-Youm al-Sabaa kürzlich meldete. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Verteuerung des importierten Tierfutters.

dpa/dtj