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Epstein-Skandal erreicht Türkei

  • Februar 3, 2026
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Epstein-Skandal erreicht Türkei

Die Staatsanwaltschaft in Ankara hat Ermittlungen zu möglichen Verbindungen zwischen der Türkei und dem Missbrauchskomplex rund um den verstorbenen US-Milliardär Jeffrey Epstein aufgenommen. Auslöser ist die Veröffentlichung von mehr als drei Millionen Seiten neuer Ermittlungsunterlagen durch das US-Justizministerium Ende Januar.

Die am 30. Januar veröffentlichten Akten enthalten zahlreiche bislang unbekannte Details über Epsteins weltweites Netzwerk. Einige Passagen sorgten auch in der Türkei für politische Reaktionen und Medienresonanz. Laut einem Bericht von DW Türkçe begann die Staatsanwaltschaft Ankara bereits am 23. Dezember 2025 mit einer Voruntersuchung, nachdem der İYİ‑Partei‑Politiker Turhan Çömez auf der Plattform X mögliche Hinweise auf einen Türkei-Bezug öffentlich gemacht hatte.

Wurden auch Minderjährige aus der Türkei verschleppt?

Çömez verwies in seinem Beitrag darauf, dass in den US-Dokumenten „minderjährige Mädchen aus der Türkei“ erwähnt würden, die angeblich auf Epsteins Privatinsel gebracht worden seien. Zudem sei vermerkt, dass die Kinder kein Englisch gesprochen hätten und dadurch zusätzliche Schwierigkeiten gehabt hätten.

Der Politiker bezeichnete die Hinweise als „Menschheitsverbrechen“ und erinnerte daran, bereits vor Jahren Unterlagen über internationale Kinderhändlernetzwerke an den damaligen Innenminister Abdülkadir Aksu übergeben zu haben. Einige Tatverdächtige seien daraufhin festgenommen worden, so Çömez.

Staatsanwaltschaft prüft mögliche Spuren

Die Behörden in Ankara analysieren laut Medienberichten nun gezielt jene Passagen der US‑Akten, die einen Bezug zur Türkei oder zu türkischen Staatsangehörigen herstellen könnten. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob:

  • mutmaßliche Täter oder Mittelsmänner des Epstein‑Netzwerks Verbindungen in die Türkei hatten,
  • Minderjährige aus der Türkei in den Missbrauchskomplex verwickelt waren,
  • oder ob weitere strafrechtlich relevante Hinweise bestehen.

Offizielle Ergebnisse der Untersuchung stehen bislang aus. Die Veröffentlichung der US‑Dokumente hat jedoch bereits jetzt politische Diskussionen über mögliche internationale Verflechtungen von Kindesmissbrauchsnetzwerken neu entfacht.

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