21.06.2022, Ukraine, Donezk: Ein Landwirt prüft den Reifegrad von Weizen auf einem Feld in der Region Donezk. In der Ukraine sind schätzungsweise 22 Millionen Tonnen Getreide blockiert, und mit Beginn der neuen Ernte wächst der Druck. Normalerweise liefert das Land etwa 30 % seines Getreides nach Europa, 30 % nach Nordafrika und 40 % nach Asien. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Zur Lösung des Streits um Getreideexporte aus der Ukraine sollen am Mittwoch Vertreter Moskaus, Kiews, Ankaras und der Vereinten Nationen in der Türkei zusammenkommen.

Militärdelegationen aus den drei Ländern und UN-Vertreter sollen sich in Istanbul treffen, wie das das türkische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte.

Zuvor hatte bereits der Direktor der Abteilung für internationale Organisationen im russischen Außenministerium, Pjotr Iljitschow, in einem von der Nachrichtenagentur Interfax veröffentlichten Interview ein Treffen angekündigt.

Die internationale Gemeinschaft fordert von Russland seit Wochen, den Export von ukrainischem Getreide zu ermöglichen. Die Ukraine beklagt, dass durch die russische Kriegsmarine ihre Häfen im Schwarzen Meer blockiert seien.

Kontrolle am Bosporus

Russland streitet ab, Weizenexporte zu verhindern. Beide Länder gehören zu den größten Weizenexporteuren und spielen eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit in der Welt. Die Vereinten Nationen warnten zuletzt schon vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten.

Laut türkischen Angaben sieht ein UN-Plan zur Lösung der Krise unter anderem die Einrichtung eines Kontrollzentrums in der an der Meerenge Bosporus gelegenen Metropole Istanbul vor. Die Meerenge, über die die Türkei die Hoheit hat, ist der einzige Seeweg vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer.

dpa/dtj