22.07.2022, Türkei, Istanbul: Sergej Schoigu (l.), Verteidigungsminister von Russland, und Hulusi Akar, Verteidigungsminister der Türkei, stehen bei ihrem Treffen für ein Foto nebeneinander. Russland und die Ukraine haben mit den Vereinten Nationen und der Türkei am vergangenen Freitag eine Lösung für die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine vereinbart. Foto: Vadim Savitsky/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

In der Millionenmetropole Istanbul wird am heutigen Mittwoch ein Zentrum zur Kontrolle von ukrainischen Getreideausfuhren über das Schwarze Meer eröffnet. Es hat unter anderem die Aufgabe, zu kontrollieren, dass die passierenden Schiffe keine Waffen transportieren.

An der Feier in der Nationalen Verteidigungsuniversität in Istanbul soll unter anderem der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar teilnehmen. Das Zentrum ist Teil eines am Freitag in Istanbul unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei geschlossenen Abkommens, mit der die Blockade ukrainischer Häfen aufgehoben wurde. Russland hatte in der Vereinbarung etwa zugesichert, Schiffe über einen Seekorridor fahren zu lassen und diese sowie beteiligte Häfen nicht anzugreifen.

Die durch Istanbul verlaufende Meerenge Bosporus ist der einzige Seeweg vom Schwarzen Meer zum Mittelmeer. Die Türkei hat die Hoheit über den Bosporus. Schiffe sollen laut Vereinbarung bei der Ein- und Ausfahrt ins Schwarze Meer kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass sie keine Waffen oder Ähnliches geladen haben. In dem Kontrollzentrum sollen Vertreter der Ukraine, Russlands, der Türkei und der Vereinten Nationen tätig sein. Russland schickt dazu eine Delegation unter Leitung von Konteradmiral Eduard Lujk. Auf hoher See sollen nach russischen Angaben Streitkräfte der Türkei und Russlands für die Sicherheit der Schiffe sorgen.

Die Ukraine zählte vor dem russischen Angriffskrieg zu den wichtigsten Getreideexporteuren der Welt. Wegen des Krieges können jedoch Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine nicht exportiert werden. Die Nahrungsmittel werden auf dem Weltmarkt – vor allem in Asien und Afrika – dringend benötigt. Die Vereinten Nationen warnten zuletzt schon vor der größten Hungersnot seit Jahrzehnten.

dpa/dtj