Symbolfoto: Ein syrischer Mann geht im Lager Al-Amal für Binnenvertriebene nahe der syrisch-türkischen Grenze spazieren. Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) haben türkische Behörden mit teils gewaltsamen Methoden Hunderte Flüchtlinge nach Syrien abgeschoben.

„Die türkischen Behörden haben Hunderte syrische Flüchtlinge, sogar unbegleitete Kinder, festgenommen und sie zurück nach Nordsyrien gezwungen“, sagte Nadia Hardman, HRW-Expertin für Flüchtlings- und Migrantenrechte, am Montag.

Abgeschobene Geflüchtete hätten der Organisation berichtet, dass sie unangekündigt von türkischen Beamten festgenommen, geschlagen oder misshandelt worden seien. Manche seien gezwungen worden, Rückkehrformulare zu unterschreiben oder seien mit vorgehaltener Waffe bedroht worden. Von Februar bis August befragte die Organisation dazu nach eigenen Angaben 37 Abgeschobene.

„Abladeplatz“ im Norden

„Obwohl die Türkei 3,6 Millionen syrischen Flüchtlingen vorübergehend Schutz gewährt hat, sieht es jetzt so aus, als würde die Türkei versuchen, Nordsyrien zu einem Abladeplatz für Flüchtlinge zu machen“, kritisierte Hardman.

Foto: HRW

In der Türkei hat sich auch im Zuge einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise die Stimmung gegenüber syrischen Flüchtlingen verschärft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte im Mai angekündigt, einer Million Flüchtlingen die freiwillige Rückkehr zu ermöglichen. Dabei konzentriere man sich besonders auf Regionen in Nordsyrien.

dpa/dtj