Mindestens 300 000 Rohingya nach Bangladesch geflüchtet

Dieses ältere Paar, das vor der Gewalt in Myanmar floh, isst am 08.09.2017 in der Nähe des Flüchtlingslager von Kutupalong im Bezirk Cox·s Bazar (Bangladesch) Puffreis, der von freiwilligen Helfern an die Rohingya-Flüchtlinge verteilt wurde. Zahlreiche Menschen sind nach jüngsten Gewaltausbruch in Myanmars Provinz Rakhine nach Bangladesch geflüchtet, die Flüchtlingscamps dort sind voll. Foto: Nazrul Islam/dpa
Mindestens 300 000 Rohingya-Flüchtlinge sind nach Angaben der Regierung Bangladeschs seit Ende August aus Myanmar in das Nachbarland geflohen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzte die Zahl am Sonntag auf 294 000. Zehntausende überquerten weiter täglich die Grenze.
Die meisten hatten einen tagelangen Fußmarsch hinter sich. Sie waren erschöpft und hungrig. Da die Flüchtlingslager voll waren, errichteten die Rohingya entlang der Straßen, an Berghängen und im Wald provisorische Unterkünfte aus Bambus und Kunststoffplanen.
Im Bezirk Cox’s Bazar im Süden Bangladeschs lebten in armseligen Camps bereits vor den Neuankömmlingen rund 400 000 Rohingya, die vor früheren Gewaltausbrüchen geflüchtet waren. Die Regierung kündigte an, mehr Land zur Verfügung zu stellen.
Die jüngste Gewaltwelle hatte am 25. August mit Angriffen einer Rohingya-Rebellengruppe auf Polizei- und Militärposten in Myanmars Bundesstaat Rakhine begonnen. Die Armee antwortete nach eigenen Angaben mit einer «Räumungsoperation». Geflüchtete berichteten, dass ihre Häuser niedergebrannt und Familienangehörige erschossen worden seien. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warf der Regierung des früheren Birma am Wochenende vor, an der Grenze zu Bangladesch verbotene Landminen eingesetzt zu haben.
Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya werden im vorwiegend buddhistischen Myanmar nicht als Staatsbürger anerkannt. Am Sonntag erklärten die Rebellen eine sofortige, einmonatige Waffenruhe aus humanitären Gründen.