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Mutter Türkyılmaz über Geburt im Auto: „Es ging wahnsinnig schnell“

  • Januar 15, 2026
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Mutter Türkyılmaz über Geburt im Auto: „Es ging wahnsinnig schnell“

Früher, so heißt es, gebaren Frauen ihre Kinder während der Feldarbeit oder zuhause. Oft allein und ohne größere Hilfsmittel. Inzwischen kommen die meisten Kinder in Kranken- oder Geburtshäusern auf die Welt. Auch ein Paar aus Hamburg wollte, dass sein drittes Kind in einer Klinik das Licht der Welt erblickt. Doch es kam ganz anders.

In Hamburg hat sich am Sonntagabend (11. Januar) eine Geburt zugetragen, wie sie in Deutschland heutzutage eher selten vorkommen dürfte: Eine 33-jährige Frau brachte ihr Kind bei rund minus 11 Grad Celsius und Schnee auf dem Beifahrersitz eines Autos zur Welt, während sie auf dem Weg ins Krankenhaus war.

Die werdenden Eltern waren am frühen Abend im Stadtteil Rissen unterwegs, als plötzlich die Wehen einsetzten. Kurz darauf war klar, dass die Fahrt zur Asklepios Klinik Altona nicht mehr geschafft werden würde. Noch bevor Rettungskräfte eintrafen, kam das Mädchen — Evelynn — im warmen Innenraum des Fahrzeugs zur Welt.

Rettungsleitstelle gibt beruhigende Anweisungen übers Telefon

„Es ging so wahnsinnig schnell“, schildert die frischgebackene Mutter Linda Türkyılmaz gegenüber verschiedenen Medien. Nur etwa zwei Minuten nach dem Platzen der Fruchtblase war das Kind bereits geboren. Während der gesamten Zeit war der Vater Mirko Schlufter per Telefon über die Feuerwehr mit der Rettungsleitstelle verbunden, die dem Paar beruhigende Anweisungen gab und den Rettungsdienst alarmierte.

Evelynn erblickte offenbar gesund und kräftig das Licht der Welt: Sie misst 56 Zentimeter und wiegt 4260 Gramm. Einzig die Nabelschnur war einmal um ihren Hals gewickelt — ein Umstand, den die Mutter noch vor dem Eintreffen der Helfer lösen konnte. Als bereits zweifache Mutter war es nicht ihre erste Geburt, eine Erfahrung, die ihr geholfen haben dürfte, ruhige Nerven zu behalten. „Ich bin einfach nach meinem Instinkt gegangen. Ich habe nur gedacht: Okay, ich muss irgendwie handeln, und dann war sie auch schon draußen. Ich habe sie dann hochgenommen, wir haben versucht, sie warmzuhalten, mit Jacke, Decke und allem, was wir zur Verfügung hatten“, so Türkyılmaz.

Geburten außerhalb von Kliniken inzwischen selten

Nach der Geburt brachte die Rettungswagen die Familie in die Klinik, wo Mutter und Kind untersucht und medizinisch versorgt wurden. Beide sind wohlauf, Evelynn verbleibt zur Vorsicht noch auf der Früh- und Neugeborenenintensivstation, bevor sie voraussichtlich auf die reguläre Wochenbettstation verlegt wird.

Geburten außerhalb von Kliniken kommen zwar vor, sind aber selten. Laut der Chefärztin der Geburtshilfe der Hamburger Klinik ereignen sich „so rasche Geburten wie diese“ nur selten, insbesondere in einer solchen notfallartigen Situation. Die frischgebackenen Eltern dürften froh sein, dass alles gut gegangen ist und den Winter 2025/26 auf ewig in Erinnerung behalten.

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