Wladimir Putin (l.) im Kreml. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Überraschender Coup: Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdoğan für seine Unterstützung bei einem Gefangenaustausch mit den USA gedankt. Die Details der überraschenden Aktion.

Russland und die USA haben überraschend einen seit langem diskutierten Gefangenenaustausch ausgeführt. Russland ließ den US-Amerikaner Trevor Reed frei und erhielt dafür den in den USA verurteilten Konstantin Jaroschenko, wie das russische Außenministerium am Mittwoch mitteilte.

US-Präsident Joe Biden bestätigte in Washington die Freilassung Reeds. Über den Austausch hatten Biden und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin bei ihrem Gipfeltreffen in Genf im vergangenen Jahr gesprochen.

Zwölf und 20 Jahre Haft

Angesichts der angespannten Beziehungen der beiden Länder, deren Verhältnis sich durch den Ukraine-Krieg noch einmal drastisch verschärft hat, kommt diese Entwicklung unerwartet. Erdoğan habe geholfen, dass auf dem Flughafen der türkischen Hauptstadt Ankara der Russe Konstantin Jaroschenko gegen den US-Amerikaner Trevor Reed ausgetauscht werden konnte.

Russland und die Türkei: Es ist kompliziert

Jaroschenko landete am Mittwochabend mit einer Sondermaschine in Moskau. Nach einem Bericht des russischen Staatsfernsehens beklagte er sich nach zwölf Jahren US-Haft, gefoltert worden zu sein. Er sei mit Ketten an Händen und Füßen gefesselt ausgeflogen worden, sagte Jaroschenko, der  in den USA 2010 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war.

Gewalt gegen russische Polizei

Der US-Amerikaner Reed kehrte ebenfalls über die Türkei in seine Heimat zurück. Er war 2020 wegen angeblicher Gewalt gegen die russische Polizei zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Während die Zahl russischer Gefangener in den USA von offiziellen Stellen in Moskau auf bis zu 800 geschätzt wird, sitzen in Straflagern des Riesenreichs etwa 20 Amerikaner ein.

dpa/dtj