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S-400 vor dem Aus? Türkei sucht Ausweg im Streit mit den USA

  • Juli 18, 2026
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S-400 vor dem Aus? Türkei sucht Ausweg im Streit mit den USA

Die Türkei könnte im jahrelangen Streit mit den USA einlenken. Medienberichten zufolge prüft Ankara die Abgabe seiner russischen S-400-Luftverteidigungssysteme – ein Schritt, der den Weg zurück ins F-35-Programm ebnen und die Beziehungen zu Washington deutlich verbessern könnte.

Die Türkei steht offenbar vor einer der wichtigsten sicherheitspolitischen Entscheidungen der vergangenen Jahre. Medienberichten zufolge prüft Ankara Möglichkeiten, sich von seinen russischen Luftverteidigungssystemen des Typs S-400 zu trennen. Ziel ist es, den langjährigen Konflikt mit den USA zu entschärfen und den Weg für eine Rückkehr in das F-35-Kampfjetprogramm zu ebnen.

Mit dem Kauf der russischen S-400 im Jahr 2019 sorgte die Türkei für erhebliche Spannungen innerhalb der NATO. Washington warnte damals, dass das russische Luftverteidigungssystem die Sicherheit der F-35-Technologie gefährden könnte. Die Folge: Die USA schlossen die Türkei aus dem F-35-Programm aus und verhängten Sanktionen gegen die türkische Rüstungsbehörde.

S-400-Kauf mit weitreichenden Folgen

Für Ankara hatte dies nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen. Türkische Unternehmen waren zuvor fester Bestandteil der internationalen Lieferkette des F-35-Programms und verloren durch den Ausschluss milliardenschwere Aufträge. Nun scheint Bewegung in die festgefahrene Situation zu kommen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten wird in Ankara über verschiedene Möglichkeiten beraten, die S-400 aus dem Bestand zu nehmen. Diskutiert wird unter anderem eine Weitergabe an einen Drittstaat. Als möglicher Empfänger werden die Vereinigten Arabischen Emirate genannt.

Rückkehr zur F-35?

Ein solcher Schritt wäre allerdings nicht allein Sache der Türkei. Da die Systeme aus Russland stammen, müsste Moskau einer Weitergabe zustimmen. Der Kreml bestätigte bereits Gespräche über die Zukunft der S-400 und bezeichnete das Thema als „äußerst sensibel“. Offizielle Bestätigungen aus Ankara oder Abu Dhabi gibt es bislang nicht.

Aus Washington kamen zuletzt Signale, dass eine Annäherung grundsätzlich möglich wäre. Voraussetzung bleibt jedoch, dass die Türkei die russischen S-400 dauerhaft aus dem Spiel nimmt. In diesem Fall könnten sowohl die Sanktionen gelockert als auch Gespräche über eine Rückkehr der Türkei in das F-35-Programm wieder aufgenommen werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt jedoch nicht allein von der US-Regierung ab. Auch der US-Kongress dürfte bei einer möglichen Wiedereinbindung der Türkei eine entscheidende Rolle spielen.

Mehr als nur ein Waffengeschäft

Für die Türkei geht es dabei um weit mehr als den Kauf eines modernen Kampfflugzeugs. Eine Rückkehr ins F-35-Programm würde die türkische Luftwaffe langfristig stärken und zugleich die sicherheitspolitischen Beziehungen zu den USA und zur NATO verbessern.

Gleichzeitig müsste Ankara einen außenpolitischen Balanceakt vollziehen. Die S-400 galten jahrelang als Symbol einer eigenständigen türkischen Rüstungs- und Außenpolitik. Ihre mögliche Abgabe wäre deshalb nicht nur eine militärische Entscheidung, sondern auch ein deutliches geopolitisches Signal.

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Stefan Kreitewolf