Shane Larkin (#0, rechts) ist bedient. Der türkische Spielmacher sieht Thad McFadden beim Freiwurf zu. Foto: FIBA

Bei der Basketball-Europameisterschaft im georgischen Tiflis ist es am Sonntagabend zu einem handfesten Eklat gekommen.

Laut mehreren Medienberichten gab es nach dem 88:83-Sieg von Gastgeber Georgien über die Türkei eine handgreifliche Auseinandersetzung in der Kabine. Der türkische NBA-Profi Furkan Korkmaz, der zuvor auf dem Feld disqualifiziert worden war, wurde dabei nach Angaben des türkischen Assistenztrainers von drei georgischen Spielern und sogar der Polizei angegriffen.

Ömer Onan, Vizepräsident des türkischen Basketballverbandes, drohte am späten Sonntagabend laut dem Basketball-Portal „Eurohoops“: „Wenn wir das Material der Sicherheitskameras nicht bekommen, werden wir dieses Turnier verlassen.“ Für die Türkei war die knappe Niederlage nach zwei Verlängerungen die erste im Turnier. Schon auf dem Spielfeld hatte es in hitziger Atmosphäre Auseinandersetzungen zwischen Spielern beider Teams gegeben.

Ataman rastet aus – Türkei legt Protest ein

Dazu sorgten die Schiedsrichter mit einer Entscheidung kurz vor Ende der zweiten Verlängerung für heftigen Ärger auf der türkischen Bank. Headcoach Ergin Ataman geriet in der Folge vollkommen außer sich und wurde ebenfalls disqualifiziert. Ausgangspunkt war ein angeblich unsportliches Foul von Cedi Osman beim Stand von 81:83, wodurch die Schiedsrichter entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Partie nahmen. Osman, der wie Korkmaz in der NBA spielt, wollte dabei nur die Uhr stoppen, um wieder in Ballbesitz zu kommen. Durch das als unsportlich gewertete Foul und die Disqualifizierung Atamans erhielten die Georgier nicht nur mehrere Freiwürfe, sondern behielten auch den Ball.

Die Türkei legte obendrein Protest gegen die Spielwertung ein, weil das Spiel nach dem disqualifizierenden Foul gegen Korkmaz nicht bei 4:48, sondern bei 4:26 fortgesetzt wurde. Mit einer Entscheidung wird am Montag gerechnet. Schon beim Spiel zwischen Deutschland und Litauen (109:107 nach doppelter Verlängerung) war es wenige Stunden zuvor zu einer Fehlleistung des Schiedsrichterteams gekommen. Es hatte vergessen, einen Freiwurf der Litauer ausführen zu lassen und das Spiel fortgesetzt, bevor der Fehler auffiel. Die Balten legten ebenfalls Protest ein.

Die Türkei trifft, sofern sie im Turnier bleibt, noch auf Belgien (Dienstag, 13.30 Uhr) und Spanien (Mittwoch, 13.30 Uhr).

dtj/dpa