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Sehr viele Pestizid-Verstöße bei Gemüse aus der Türkei

  • Januar 20, 2026
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Sehr viele Pestizid-Verstöße bei Gemüse aus der Türkei

Aktuelle Daten des EU-Schnellwarnsystems RASFF lassen Qualitätsmängel bei Exporten von Obst und Gemüse vermuten, die von der Türkei in die EU gehen. Im Jahr 2025 wurden Paprika, Tomaten und Granatäpfel am häufigsten beanstandet. Zumeist soll die Pestizidbelastung zu hoch gewesen sein.

Das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) hat seine aktuellen Daten über Warnmeldungen aus dem Jahr 2025 vorgelegt. Greenpeace Türkei beklagt in diesem Kontext, dass die Türkei europaweit auf Platz 2 der am häufigsten beanstandeten Herkunftsländer steht. Dies berichtet die „Deutsche Welle“.

Das RASFF-System wird von der EU-Kommission betrieben. Es soll eine Orientierung geben über Gesundheitsrisiken bei Lebens- und Futtermitteln. Sie gelten auch als Frühindikator für Mängel in Herkunftsländern. Eine Häufung von Meldungen deutet auf mangelhafte Kontrollen, problematische Produktionsbedingungen oder eine unzureichende Durchsetzung bestehender Vorschriften hin.

Paprika ganz vorn bei beanstandetem Gemüse

Für Indien wurden im Vorjahr 2025 insgesamt 124 Pestizid-Warnmeldungen ausgegeben – die meisten im Weltmaßstab. Mit 105 Meldungen landete die Türkei jedoch bereits auf Platz 2, noch vor Ägypten (88), China (48) und Brasilien mit 34 Beanstandungen.

Insgesamt wurden 51 Lieferungen türkischer Agrarprodukte wegen zu hoher Pestizidbelastungen an den EU-Außengrenzen zurückgewiesen und in die Türkei zurückgeschickt. In 27 Fällen betraf dies Paprika. Mit neun Zurückweisungen folgten Tomaten auf Platz 2. Granatäpfel wurden fünf Mal zurückgeschickt. In vier Fällen waren Zitronen betroffen und in zwei Fällen Weinblätter. Je einmal traf es Lieferungen von Birnen, Grapefruits, Mandarinen und Pfirsiche.

Greenpeace Türkei spricht von „strukturellem Problem“

Besonders problematisch: In türkischen Paprikalieferungen wurde in acht Fällen Formetanat festgestellt. Diese als hochtoxisch geltende Substanz ist in der Türkei sogar für den Einsatz bei Paprika offiziell verboten. Mehrfach gefundene nicht zugelassene Wirkstoffe stellen die Effizienz der Kontrolle landwirtschaftlicher Lieferketten infrage.

Der Direktor von Greenpeace Türkei, Berkan Özyer, brachte angesichts der aktuellen Zahlen seine Besorgnis zum Ausdruck. Die Tatsache, dass die Türkei zum zweiten Mal in Folge zu den Ländern mit den meisten Pestizid-Verstößen zähle, sei als ernstzunehmendes Warnsignal zu verstehen.

Özyer spricht sich für eine erhöhte Transparenz bei der Lebensmittelüberwachung sowie für eine verstärkte Veröffentlichung der Ergebnisse von Pestizid-Analysen aus. Besonders auffällig sei, dass Paprika sowohl 2024 als auch 2025 das am häufigsten zurückgewiesene Produkt gewesen sei. Dies deute auf ein bestehendes strukturelles Problem innerhalb der Paprikaproduktion hin.

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