Tesla-Chef Elon Musk, hier auf der Baustelle der Tesla-Fabrik in Grünheide, stößt nicht überall auf Gegenliebe. Foto: Christophe Gateau/dpa

Geschäfte während eines Genozids? Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla ist wegen der Eröffnung eines neuen Showrooms in der chinesischen Region Xinjiang in die Kritik geraten. Was die Uiguren damit zu tun haben.

Menschenrechtler:innen und westlichen Regierungen zufolge unterdrückt Peking in Xinjiang mit Hilfe von sogenannten Umerziehungslagern und Zwangsarbeit die muslimische Minderheit der Uiguren. China bestreitet dies. Deswegen kritisierte der republikanische US-Senator Marco Rubio die Eröffnung von Teslas neuem Laden in der Hauptstadt Urumqi.

„Staatenlose Firmen helfen der kommunistischen Partei Chinas, Völkermord und Versklavung in der Region zu vertuschen“, schrieb er auf Twitter. Eine Sprecherin von US-Präsident Joe Biden erklärte am Dienstag auf Nachfrage, sie wolle sich nicht zu einzelnen Firmen äußern.

Kritik der US-Regierung

Die Regierung sei aber klar der Meinung, dass die Privatwirtschaft die „Menschenrechtsverletzungen und den Völkermord in Xinjiang“ ablehnen sollte. Firmen, die über Geschäfte in China zur Zwangsarbeit oder Menschenrechtsverletzungen beitrügen, würden zur Rechenschaft gezogen, warnte sie.

Die USA haben wegen der Situation in Xinjiang bereits Sanktionen verhängt und können auf Basis eines jüngst beschlossenen Gesetzes auch Importe von dort untersagen. Tesla hatte die Eröffnung des Ladens am 31. Dezember über die chinesische Social-Media-Plattform Weibo verkündet.

Intel benutzt keine Teile aus Xinjiang mehr

Vor dem neuen Showroom in Urumqi hatte Tesla bereits Ladestationen in der Region installiert. Viele internationale Autohersteller sind seit langem in Xinjiang aktiv. Volkswagen betreibt dort sogar ein Werk, wofür der Autobauer in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten ist. China ist für die Hersteller ein wichtiger Markt.

Für internationale Unternehmen wird es zunehmend schwierig, im Spannungsfeld zwischen ausländischen Sanktionen und Menschenrechtsverstößen in China zu operieren. Erst kürzlich kündigte der US-Chiphersteller Intel an, keine Waren und Dienstleistungen aus Xinjiang mehr nutzen zu wollen. Nach Boykottaufrufen aus China folgte jedoch umgehend eine Entschuldigung des Konzerns.

dpa/dtj