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Türkei sagt WM-Großübertragungen kurzfristig ab – Prüfung als Begründung

  • Juni 22, 2026
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Türkei sagt WM-Großübertragungen kurzfristig ab – Prüfung als Begründung

Wenige Stunden vor dem WM-Gruppenspiel der Türkei gegen Paraguay hat die Regierung sämtliche Public-Viewing-Veranstaltungen untersagt. Offiziell sollten dadurch mehr als 2,4 Millionen Teilnehmer der landesweiten Universitätsaufnahmeprüfungen vor Lärm und Ablenkung geschützt werden. Die türkischen Fans sollten allerdings ohnehin nichts zu feiern haben.

Die türkische Regierung hat am Freitagnachmittag kurzfristig alle Public-Viewing-Veranstaltung zum Fußball-WM-Spiel gegen Paraguay abgesagt. Als Begründung dafür führte Innenminister Mustafa Çiftçi (AKP) an, dass am Samstag und Sonntag die landesweiten Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten (YKS) stattfinden.

Die teilnehmenden Schulabgänger sollten auf diese Weise keine Nachteile infolge von Ablenkung oder Lärmbelästigung durch feiernde Fans erleiden. Das Verbot galt für alle Übertragungen auf Großbildleinwänden. Private Zusammenkünfte waren davon nicht betroffen.

Prüfungen in allen 81 Provinzen und auf Nordzypern

Mehr als 2,4 Millionen Kandidaten werden an den Aufnahmeprüfungen teilnehmen. Am Samstag begann die Auswahl mit einem Basic Proficiency Test (TYT), der Kernfertigkeiten wie Mathematik und Türkisch bewertet. In weiterer Folge mussten die Teilnehmer noch einen Field Proficiency Test (AYT) abdecken, der fachspezifische Kenntnisse abdeckt.

Die Prüfungen fanden in 254 Testzentren der 81 Provinzen des Landes statt. Darüber hinaus waren Schülerinnen und Schüler aus der Türkischen Republik Nordzypern teilnahmeberechtigt. Für diese wurden Tests im Nordteil Nikosia organisiert.

Çiftçi zufolge waren fast 45.000 Mitarbeiter des Ministeriums und mehr als 6.900 Sicherheitsteams an 11.883 Schulen landesweit im Einsatz. Sie sollten die Sicherheit der Abläufe garantieren, den Verkehr regeln und Betrug verhindern. Für 355 Standesämter wurde die Öffnung angeordnet für den Fall, dass verlorene Identitätsdokumente ersetzt werden müssen.

Verbot von Public-Viewing-Events könnte Ausschreitungen nach WM-Aus verhindert haben

Für die Woche vom 6. bis 12. Juli sind weitere Verbote öffentlicher Veranstaltungen angekündigt. Diese gelten jedoch nur für Ankara und stehen im Zusammenhang mit dem NATO-Gipfel, der am 7. und 8. Juli stattfinden wird.

Mit WM-Public-Viewings der türkischen Mannschaft ist dann jedoch nicht mehr zu rechnen. Das Team verlor nach der 0:2-Auftaktniederlage auch das zweite Gruppenspiel. Nach dem 0:1 gegen Paraguay ist die Mannschaft vorzeitig ausgeschieden. Die letzte Begegnung mit dem bereits fix für das Sechzehntelfinale qualifizierten Gastgeber USA am Freitagmorgen, 26. Juni, türkischer Zeit ist damit bedeutungslos. Am Montag erklärte der Verbandspräsident, dennoch weiter an Trainer Vincenzo Montella festhalten zu wollen.

Immerhin könnte das Verbot der Großveranstaltungen vom Freitag auch dazu beigetragen haben, Ausschreitungen durch wütende Fans zu verhindern. Ein schlechtes Ergebnis der Fußball-Nationalmannschaft bei einem prestigeträchtigen Turnier kann Studien zufolge den wirtschaftlichen Optimismus in den betroffenen Ländern belasten und zu Unzufriedenheit mit der Regierung beitragen.

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