Politik

Türkei vermittelt: Pakistan und Afghanistan verkünden Feuerpause

  • März 18, 2026
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Türkei vermittelt: Pakistan und Afghanistan verkünden Feuerpause

Während in Kabul erste Opfer eines Angriffs auf eine Klinik begraben werden, verkünden Pakistan und Afghanistan eine Pause der gegenseitigen Angriffe. Die Hunderten Toten sind nicht der Grund.

Pakistan und Afghanistan wollen die gegenseitigen Angriffe pausieren. Die Pause gelte angesichts der Feierlichkeiten zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, teilte die pakistanische Regierung mit. Anschließend verkündeten auch die islamistischen Taliban in Afghanistan eine Feuerpause. Saudi-Arabien, Katar und die Türkei hatten nach afghanischen und pakistanischen Angaben auf die Unterbrechung der Kämpfe hingewirkt.

Das pakistanische Militär will die Angriffe ab Mitternacht bis zur Nacht auf den 24. März einstellen, teilte Informationsminister Attaullah Tarar auf X mit. Tarar stellte klar, dass der Militäreinsatz wieder aufgenommen werde, sollte Pakistan angegriffen oder Terroranschläge im Land verübt werden. Auch Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sprach auf X davon, gegebenenfalls zurückzuschlagen.

Die Ankündigung kommt überraschend. Noch am Vortag hatten pakistanische Regierungsmitglieder gesagt, die Angriffe auf Afghanistan würden fortgeführt. Islamabad wirft Kabul vor Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul weist die Anschuldigungen zurück. Die Kämpfe zwischen den Nachbarländern waren Ende Februar neu entflammt.

Massenbeerdigung für Opfer des Klinik-Angriffs in Kabul

Anfang der Woche waren bei einem pakistanischen Luftangriff auf Kabul Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Eine Entzugsklinik für Drogenabhängige war zerstört worden. Die islamistische Taliban-Regierung spricht von mehr als 400 Toten. Pakistan dementiert, dass die Klinik Ziel des Angriffs gewesen sei. Die Luftwaffe habe militärische Einrichtungen angegriffen. Das UN-Büro für Menschenrechte (OHCHR) forderte eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls.

In Kabul fand eine erste Massenbeerdigung für Opfer des Luftangriffs von Montagnacht statt. Lokale Medien berichteten, dass Leichen auf dem Sarai Schomali Berg in Kabul bestattet worden seien. Viele seien schwer entstellt und konnten nicht identifiziert werden, berichtet der afghanische Fernsehsender Tolonews. Führende Taliban wie Innenminister Siradschuddin Hakkani nahmen an der Beerdigung teil.

Bei einem Besuch der Ruinen der zerstörten Entzugsklinik sagte die EU-Repräsentantin in Kabul, Veronika Boskovic Pohar, dem Sender Tolonews: „Was wir wollen ist Dialog zwischen den beiden brüderlichen Nachbarländern. Ihr könnt euch nicht gegenseitig auf den Mond schießen.“ Frieden läge im Interesse beider Länder.

dpa/dtj

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