Eine Frau kauft auf dem Ortakçılar-Straßenmarkt in Ankara ein. Foto: Francisco Seco/AP/dpa

Die türkische Zentralbank erwartet angesichts der schwachen Landeswährung Lira eine höhere Inflation. Für Ende 2022 sei mit einer Rate von 23,2 Prozent zu rechnen, sagte Zentralbankchef Şahap Kavcıoğlu. Die Details.

Bisher hatten die Währungshüter eine Rate von 11,8 Prozent prognostiziert. Allein die Lebensmittelpreise dürften Ende des laufenden Jahres um 24,2 Prozent steigen, erwartet die Notenbank. Auch hier wurde die Prognose angehoben. Hintergrund ist vor allem die Abwertung der Lira im vergangenen Jahr, die Ende 2021 gestoppt wurde.

Die Regierung will mit einer Art Einlagengarantie für Kursverluste der Lira gerade stehen. Fachleute kritisieren, dass dieses Vorgehen nicht die Ursache behebe und die Staatskasse an ihre Grenzen bringe. Belastet wird die Landeswährung vor allem durch die Inflation von zuletzt rund 36 Prozent. Die Zentralbank reagiert bisher nicht mit einer strafferen Geldpolitik.

Erdoğan bleibt erklärter Gegner hoher Zinsen

Vielmehr hat sie ihren Leitzins im vergangenen Jahr immer weiter gesenkt. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ist erklärter Gegner hoher Zinsen, die er nicht nur als Wachstumsbremse, sondern auch – und entgegen ökonomischer Grundsätze – als Inflationsherd erachtet.

dpa/dtj