Istanbul: Haluk Bayraktar, Chef des führenden türkischen Kampfdrohnenherstellers Baykar, steht auf der SAHA EXPO Defence & Aerospace Exhibition in Istanbul neben dem Bayraktar Akıncı, eine High Altitude Long Endurance Kampfdrohne des Unternehmens. Foto: Ahmed Deeb/dpa

Der Chef des führenden türkischen Kampfdrohnenherstellers Baykar hat mehr Kooperationsbereitschaft von Deutschland in der Verteidigungsindustrie gefordert.

„Wir haben sehr solide Beziehungen in anderen Sektoren. In der Verteidigung müssen gegenseitig Maßnahmen ergriffen werden. Davon würden beide Seiten profitieren“, sagte Haluk Bayraktar der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Deutschland sei in Sachen Verteidigungstechnologie sehr „begrenzt“. „Alle Bedenken gegenüber der Türkei sollten ausgeräumt werden.“

Das Unternehmen Baykar produziert unter anderem die bekannte Kampfdrohne Bayraktar TB2, die von der Ukraine im Kampf gegen Russland und zuvor etwa von Aserbaidschan im Krieg gegen Armenien, in Syrien oder in Libyen eingesetzt wurde. Insgesamt sei die Drohne bereits in 24 Länder exportiert worden, sagte Bayraktar. Baykar baut zudem derzeit eine Stätte zur Produktion von Kampfdrohnen und unbemannten Kampfflugzeugen in der Ukraine, die laut Bayraktar im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll.

Bundestag möchte Drohnen künftig bewaffnen

Bedenken am vermehrten Einsatz von Kampfdrohnen wiegelte Bayraktar ab. „Die Entscheidungsträger entscheiden, ob sie auf gute oder schlechte Weise eingesetzt werden. Die Drohnentechnologie bietet Überwachungstechnologie, um Ziele präzise anzugreifen. Bei herkömmlicher Technik ist das nicht der Fall.“

In Deutschland wurde jahrelang über den Einsatz von Drohnen diskutiert. Erst im Frühjahr dieses Jahres gab der Bundestag grünes Licht dafür, Drohnen zu bewaffnen und somit nicht nur als Aufklärungssystem einzusetzen.

2020 hat die Türkei Kriegswaffen für 344,6 Millionen Euro aus Deutschland erhalten. Rüstungsgeschäfte mit Ankara sind hierzulande umstritten, unter anderem wegen des Einmarsches in Nordsyrien 2019. Die Grünen hatten in dem Zusammenhang etwa einen kompletten Waffenexport-Stopp gefordert.

dpa/dtj