Die türkische Kampfdrohne des Typs Bayraktar im Einsatz in der Ukraine. Foto: Screenshot aus einem Werbevideo

Die 2,8 Millionen Einwohner Litauens haben mit einer Spendenaktion in wenigen Tagen fast sechs Millionen Euro gesammelt. Sie sollen für den Kauf türkischer Bayraktar-Drohnen verwendet und an die Ukraine weitergegeben werden.

Begeistert von der Aktion überlässt der türkische Hersteller Baykar Litauen die Kampfdrohne nun sogar kostenlos, damit das gesammelte Geld für andere Zwecke genutzt werden kann. Das teilte Baykar am Donnerstag auf Twitter mit. Die Ukraine nutzt bereits Bayraktar-Drohnen im Kampf gegen die russischen Angreifer.

Die Türkei hat vor dem Krieg mehrere Kampfdrohnen desselben Typs an die Ukraine verkauft, von denen bisher zwölf geliefert worden sein sollen. Von den gesammelten Spendengeldern sollen nun 1,5 Millionen Euro an das Verteidigungsministerium überwiesen werden, um die Drohne auszurüsten, teilte der Initiator der Aktion, der Journalist Andrius Tapinus, mit.

Drohne „in litauischen und ukrainischen Farben“

Die restlichen 4,4 Millionen Euro sollen für humanitäre Zwecke in der Ukraine eingesetzt werden. Laut Tapinus soll die Drohne in rund drei Wochen nach Litauen geflogen und dann in die Ukraine überführt werden. „Die Türken haben versprochen, die Bayraktar mit litauischen und ukrainischen Farben zu verzieren“, schrieb Tapinus auf Facebook.

Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas bedankte sich bei der Türkei und bezeichnete die Aktion als „unglaublich“ und „wunderbar“. Am Freitag twitterte er zudem, dass die Drohne bereits Anfang Juli startklar übergeben werden könne.

Die Drohne gilt im Krieg gegen Russland als Wunderwaffe. Es existieren bereits Lobeslieder zu ihren Ehren. Baykar teilte kürzlich mit, dass die Nachfrage nach der Bayraktar in den letzten Wochen stark gestiegen sei.

dpa/dtj