Im Fokus: Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei. Foto: Burhan Özbilici/AP/dpa

Wegen „diskriminierender Sprache“: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist mehrfach angezeigt worden, weil er Teilnehmer der Gezi-Proteste 2013 als „Flittchen“ bezeichnet hatte.

Unter anderem Politiker der oppositionellen CHP und Frauenrechtsorganisationen reichten Strafanzeigen gegen Erdoğan ein, wie sie jeweils auf Twitter mitteilten. Der Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, riet Erdoğan auf Twitter, künftig lieber den Mund zu halten und erhielt dafür Zustimmung vom berühmten türkischen Pianisten Fazıl Say.

Auch die bekannte Autorin Elif Şafak empörte sich via Twitter über die „diskriminierende Sprache“. Erdoğan hatte am Mittwoch, dem neunten Jahrestag der regierungskritischen Proteste, zu der scharf kritisierten Bezeichnung gegriffen.

Demonstrierende weiter in Haft

Ende Mai 2013 hatten die Gezi-Proteste am Istanbuler Taksim-Platz ihren Ausgang genommen. Sie richteten sich ursprünglich gegen ein geplantes Bauprojekt auf dem Areal des Gezi-Parks am Taksim, arteten danach aber aus.

Die Regierung hatte die Proteste brutal niederschlagen lassen. Zahlreiche Menschen sitzen wegen der Teilnahme an den Demonstrationen noch immer in türkischen Gefängnissen.

dpa/dtj