Archivfoto: Die Flamme eines Gasherdes brennt in einer Küche. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Das italienisch-französische Energie-Konsortium Eni-Total hat ein Erdgasvorkommen vor Zypern gemeldet. Es soll „zur Befreiung Europas von russischen Erdgaslieferungen“ beitragen.

Südlich von Zypern sind erneut große Erdgasvorkommen entdeckt worden. Dies teilte die Regierung am Mittwoch in Nikosia mit. Die Entdeckung sei unter dem Meeresboden rund 160 Kilometer südwestlich der Mittelmeerinsel vom italienisch-französischen Energie-Konsortium Eni-Total gemacht worden. Es würden Vorkommen von bis zu 85 Milliarden Kubikmeter Erdgas vermutet. Bereits im August hatte Italiens teilstaatlicher Energieversorger Eni ein weiteres Gasfeld in der gleichen Region mit geschätzt rund 70 Milliarden Kubikmeter entdeckt.

Die Entdeckung sei ein „wichtiger Schritt auf dem Weg zur Befreiung Europas von russischen Erdgaslieferungen“, hieß es von Energieexperten in Nikosia. In der Region des östlichen Mittelmeers werden weitere reiche Erdgasvorkommen vermutet. 2011 hatte die US-Firma Noble Energy bei Bohrungen weiter östlich des aktuellen Fundes große Erdgasfelder in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns entdeckt.

Die Funde sind aber auch Zündstoff für geopolitische Streitigkeiten in der Region. Das Nachbarland Türkei stellt die AWZ-Zypern in Frage. Zypern ist seit 1974 in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen türkisch-zyprischen Teil im Norden der Insel geteilt. Solange es keine Lösung der Zypernfrage gibt, sperrt sich Ankara gegen die Ausbeutung der Erdgasfelder und die Suche nach weiteren Vorkommen.

dpa/dtj