Panorama

Abdel-Samad wieder aufgetaucht

  • November 26, 2013
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Abdel-Samad wieder aufgetaucht

Seit Sonntag galt er als entführt, nun ist er wieder aufgetaucht: Hamed Abdel-Samad, der seit 21 Jahren in Deutschland lebt und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. „Er ist am Leben und es geht im gut“, sagte der Bruder des Satirikers, Mahmud Abdel-Samad, der WELT. Zuvor hatte die deutsche Regierung die „schnellstmögliche Aufklärung“ über den Verbleib Abdel-Samads gefordert.

Mahmud Abdel-Samad berichtete der ägyptischen Zeitung „Youm7“ am Montag von einer Entführung. Nach Angaben der Zeitung soll Hamed Abdel-Samad am Sonntag sein Hotel in der Kairoer Innenstadt ohne seine Leibwächter verlassen haben. Später soll er vom Azhar-Park in Kairo seinen Bodyguard angerufen und von einer Verfolgung berichtet haben.

Abdel-Samad seit Sommer bedroht

Salafisten hatten im Sommer zum Mord an Abdel-Samad aufgerufen, als er sich kritisch gegenüber dem Islam geäußert hatte. Auf seiner Facebook-Seite erschienen Fotos mit ihm und dem Schriftzug „Wanted Dead“. Im Internet brach eine regelrechte Hetzkampagne gegen Abdel-Samad los.

Der Salafisten-Führer Scheich Assem Abdel-Maged, bekannt für seine Ausfälle gegen Andersdenkende, rief im ägyptischen Fernsehen gar zur Ermordung des Deutsch-Ägypters auf. Dieser hatte zuvor gesagt, dass er „vom Islam zum Wissen konvertiert“ sei.

Seitdem stand der 41-Jährige während der Aufenthalte in seinem Heimatland unter Personenschutz. Es könnte durchaus sein, dass Abdel-Samad Opfer von radikalen Entführern wurde. Über die genauen Umstände seines Verschwindens ist bislang jedoch wenig bekannt.

Entführung oder Streit zwischen Geschäftspartnern

Eine Bestätigung des Kidnappings gebe es aus Kairo noch nicht, ließ sich eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes zitieren. Die Polizei ermittelt jedoch bereits gegen Unbekannt. Eine andere mögliche Erklärung für das Verschwinden Abdel-Samads äußerte sein Bruder am Montagabend in einer Fernsehsendung.

Ein Streit zwischen Geschäftspartnern könnte demnach ebenfalls Grund für das Verschwinden des Deutsch-Ägypters sein. In dem Streit soll es um ausstehende Schecks in Höhe von 240.000 Euro gehen, die Abdel-Samad von einem Geschäftspartner fordert. Der Disput beschäftigte bereits ein Gericht im Kairoer Vorort al-Chanka.

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