Politik

Alparslan Kuytul kritisiert „Mekka-Pakt“: „Wenn ihr Männer seid, dann …“

  • August 12, 2026
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Alparslan Kuytul kritisiert „Mekka-Pakt“: „Wenn ihr Männer seid, dann …“

Alparslan Kuytul kritisiert den Verteidigungspakt zwischen Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien scharf. Er fordert unter anderem ein Bündnis, das auch Iran und Palästina einbezieht.

Der türkische islamische Prediger Alparslan Kuytul lässt kein gutes Haar am neuen Verteidigungspakt zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei. Das Abkommen sei aus seiner Sicht nur dann glaubwürdig, wenn auch der Iran und Palästina einbezogen würden, erklärte in einem auf seinem Youtube-Kanal veröffentlichten Video.

Kuytul argumentiert, dass sich der Pakt andernfalls nicht als gemeinsames Bündnis muslimischer Staaten verstehen lasse. „Wenn sie Palästina und Iran nicht aufnehmen, dann ist das keine Islam-Nato“, erklärte er sinngemäß. Stattdessen handele es sich um eine Konstruktion, die anderen Interessen diene. In einem Beitrag wurde dafür die Bezeichnung „Fake-Islam-Nato“ verwendet. „Wenn ihr Männer seid und den Mut habt, dann nehmt doch den Iran und Palästina auf“, so Kuytul. Dies werde aber nicht passieren, weil es sonst auf eine Konfrontation mit Israel und den USA hinauslaufen würde.

Zweifel an den Motiven

Kuytul äußerte deshalb den Verdacht, dass die Idee für das Bündnis von den USA stamme. Beim kürzlichen NATO-Gipfel in der Türkei sei möglicherweise darüber beraten worden, wie mit den regionalen Folgen des Konflikts mit dem Iran umzugehen sei. Nachdem es nicht gelungen sei, den Iran politisch oder militärisch „in die Knie zu zwingen“, werde nun offenbar versucht, Iran nahestehende Akteure in der Region zu schwächen.

Als Beispiel nennt Kuytul die Huthi im Jemen. Saudi-Arabien sieht sich seit Jahren mit Sicherheitsbedrohungen durch die Huthi und andere bewaffnete Gruppen in der Region konfrontiert. Aus Kuytuls Sicht profitieren deshalb vor allem die Saudis von dem neuen Bündnis.

Bündnis wirft Fragen über die regionale Ordnung auf

Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei hatten am Freitag einen gegenseitigen Verteidigungspakt vereinbart, der im Falle eines Angriffs auf einen der drei Staaten gegenseitige Unterstützung vorsieht. Ankara betont, das Abkommen sei defensiv ausgerichtet und richte sich gegen keinen bestimmten Staat.

Kuytul stellt dagegen die Frage, wie glaubwürdig der Anspruch eines islamisch geprägten Sicherheitsbündnisses sei, wenn ausgerechnet der Iran und Palästina nicht beteiligt seien. Für ihn ist der Pakt deshalb weniger ein Ausdruck gemeinsamer islamischer Solidarität als vielmehr ein Instrument regionaler Machtpolitik.

Kuytul ist der Gelehrte und geistige Führer der Furkan-Bewegung. Diese wird in Deutschland als extremistisch eingestuft. Kuytul wurde in der Türkei in den Jahren 2018 und 2022 festgenommen und verbrachte insgesamt über 2,5 Jahre in Haft.

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